Schüler führen moderne Version der „Pension Schöller“ auf

Von: mb
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„Pension Schöller“: Diese Komödie wurde von der Freien Waldorfschule aufgeführt. Foto: Monika Baltes

Kreis Heinsberg. Die Welt ist ein Irrenhaus und es gibt keinen vergnüglicheren Ort als die „Pension Schöller“, um diese These zu belegen. Als reines Vergnügen entpuppte sich die Komödie von Wilhelm Jacoby bei der Aufführung von der achten Klasse der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg im Dalheimer Jugendheim. Insgesamt 35 Akteure vor und hinter der Bühne freuten sich über ein „volles Haus“.

Und mit großer Begeisterung verfolgte das Publikum die enorme Spielfreude des jungen Ensembles in ideenreicher Kulisse.

Sie ist immer noch aktuell, die 1890 entstandene Komödie, sie war aber eigens für diese Aufführung hier und da mit kleinen Akzenten „modernisiert“ worden. Auch die ursprünglich 14 Rollen wurden um sechs Charaktere erweitert, damit alle Schüler der achten Klasse ihren Platz auf der Bühne fanden.

Ein Deal steht am Anfang der Geschichte: Pensionär Klapproth verspricht seinem Neffen finanzielle Unterstützung, wenn der ihm im Gegenzug „eine Irrenanstalt mit echten Irren“ präsentiert. Die Pension Schöller in Berlin mit ihren exzentrischen Gästen kann durchaus als Ersatz herhalten, und der alte Klapproth amüsiert sich prächtig bei den vermeintlich Verrückten. Die Situation eskaliert, als sich die kauzigen Pensionsgäste an Klapproths Fersen heften und ihn – wieder heimgekehrt nach Kleinkleckersdorf – regelrecht heimsuchen.

Gute, alte Tradition ist die Theateraufführung der achten Klasse in der Waldorfschule. „Gerade in der Zeit der Pubertät möchten wir unsere Schüler ermutigen, aus sich herauszugehen, neue Seiten zu entdecken“, erklärte Theaterpädagogin Judith Theissen. Teamarbeit werde großgeschrieben, führte sie aus, die kurzen Dialoge erforderten zudem enormen persönlichen Einsatz, um die Figur lebendig werden zu lassen.

Zwei Monate lang haben die Schauspieler geprobt, anfänglich zwei Stunden täglich, seit Ende Mai ganztägig. Harte Arbeit, die sich auszahlte, wie der begeisterte Applaus beweis. Scheinbar mühelos hauchten die 14-Jährigen den Figuren Leben ein, dem vermögenden Pensionär, dem großmäuligen Weltenbummler, dem zackigen General, der illustren Schriftstellerin, dem skurrilen Möchtegernschauspieler mit Sprachfehler. Originell und charmant nahmen sie alles ins Visier, was die Spezies Mensch so zu bieten hat an Schrullen und Macken, an Selbstverliebtheit und Marotten, an Kauzigkeit und Ticks. Am Ende der Aufführung war die Botschaft des Stückes jedem klar: Wir haben alle unseren Vogel.

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