Schüler diskutieren: Was kann ein neuer Kalter Krieg bedeuten?

Von: agsb
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Eine Wanderausstellung zum Thema „Der Kalter Krieg“ steht zur Zeit im Foyer der Realschule Gangelt zu sehen und begleitet die Schüler auch thematisch im Unterricht und in einer Gesprächsrunde mit dem Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath. Foto: agsb
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Bundestagsabgeordneter Norbert Spinrath im Gespräch mit politisch interessierten Jugendlichen. Foto: agsb

Gangelt. Geschichtsunterricht gibt es für die letzten drei Schulklassen der auslaufenden Realschule Gangelt zur Zeit auch im Foyer. Dort ist nämlich die Wanderausstellung „Der Kalte Krieg“ aufgebaut. Und so laufen die Schüler auch zwischen den Stunden vorbei an den 20 Schautafeln, die sich unter anderem mit der neuen Eiszeit, dem Erbe des Kalten Krieges beschäftigen.

„Wir sind im Unterricht gerade bei den Anfängen des Dritten Reiches“, sagt Geschichtslehrer Ulf Dreßen. Deshalb sei es leicht für ihn, die Brücke zu der Wanderausstellung zu schlagen.

Die Themen Demokratie und mit Europa würden seine Schüler sehr beschäftigen, sagte er. Sie stellen viele Fragen: Was wird, wenn in Holland und auch in Frankreich demnächst gewählt wird? Auch das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Krim oder das Atomwaffenprogramm des Iran beunruhige die Schüler. „Für viele Jugendliche ist die Demokratie selbstverständlich, sie sind damit aufgewachsen und kennen es nicht anders“, sagt Dreßen. Jetzt fingen sie an, nachzudenken.

Im Unterricht befassten sie sich in Referaten mit den Schautafeln der Ausstellung, die auch über verdeckte Kriegsführung, den drohenden Atomkrieg, Protest und Widerstand und das Kräftemessen in Korea informierten.

Wie groß das politische Interesse der Schüler ist, wurde auch bei dem Besuch des Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath in der Realschule Gangelt deutlich. Die Jugendlichen zeigten sich sehr aufgeweckt und aufgerüttelt.

„Kann ein neuerlicher kalter Krieg gefährlich werden?“, war die Kernfrage der beiden lebhaften Unterrichtsstunden mit Spinrath.

Es ging um den Atomwaffensperrvertrag und die militärischen Drohgebärden einiger Länder, deren Sinn die Schüler nicht verstehen konnten. Eines wurde in der Gesprächsrunde sehr deutlich : ein Einsatz der Atomwaffen und ein dritter Weltkrieg könnte vielleicht das Ende der Welt bedeuten, so wie man sie kennt. Plötzlich war die große Politik ganz nah.

Die Schüler blickten auch zur USA und fürchteten durch die Politik des neuen Präsident Donald Trump einen neuen Krisenherd. „Geschichte ist nicht nur passé, aus der Geschichte kann man auch lernen“, sagte Lehrer Ulf Dreßen. Er will die wichtigsten Punkte aus der Diskussionsrunde mit Norbert Spinrath in die kommenden Unterrichtseinheiten mitnehmen.

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