Schüler der Erich-Kästner-Schule singen mit den Bläck Fööss

Von: hewi
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Nach Wegberg waren neben den Urgesteinen „Bömmel” Lückerath und Hartmut Priess auch der Sänger Kafi Biermann und Techniker Tobias Nievelstein gekommen, um mit den Kinder zu singen. Foto: Sommer

Wegberg. Hartnäckigkeit macht sich bezahlt und sorgt für gute Laune. So war es zumindest bei Renate Eidems. Die Rektorin der Wegberger Erich-Kästner-Schule hatte nämlich ihren Schülern versprochen, ein gemeinsames Singen mit der kölschen Mundartband „Bläck Fööss” zu organisieren, nachdem die Schüler beim vorigen Martinszug vor allem mit Mundartliedern punkten konnten und ihre Stimmgewalt unter Beweis gestellt hatten.

Und weil Renate Eidems partout nicht locker lassen wollte und die Band mit immer neuen Anfragen bombardierte, gaben die „Fööss” letztendlich nach und versprachen zu kommen.

Einzige Bedingung: Die Schüler sollten die Strophen der Lieder kennen und mitsingen können. Gesagt, getan. Und so kam es am Dienstag in der Aula der Erich-Kästner-Schule zu einem gemeinsamen Konzert der „Fööss” mit dem schuleigenen „Liedersternchenchor” und den restlichen über 500 Schülern.

„Für die Band ist es eine relativ weite Reise zu uns nach Wegberg”, betonte Eidems. Denn bisher waren die Schulbesuche der Kölner auf den Großraum Köln beschränkt. Einmal, so wusste Eidems zu berichten, habe sich die Band mit ihrer pädagogischen Mundart-Mission bis ins Sauerland und sogar an die Stadtgrenze Düsseldorfs vorgewagt.

In der Aula der Grundschule konnten sich die drei angereisten „Fööss” jedoch auf ein Heimspiel einstellen. Denn die Zuschauer waren textsicher und hatten auch keinerlei Berührungsängste mit dem kölschen Platt. Sehr zur Freude des Ehrenbürgermeisters Fritz Jakobs, der sich schon lange für Mundart-Arbeitskreise an den Wegberger Schulen stark macht.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Hedwig Klein, die für den erkrankten Pater Laetantius eingesprungen war, schlug er sich auch wacker beim Quiz, mit dem die Schüler seine Mundartkompetenz prüfen wollten. Ganz nebenbei lernten sie so noch ein paar regionale Unterschiede in der Aussprache kennen.

Auf dem Programm standen natürlich die bekannten Lieder der „Fööss”. Neben „Achterbahn” und „Pänz, Pänz, Pänz” waren es „Jede Daach es e Jeschenk” und der unvermeidliche „Buuredanz”, zu dem die Schüler passend in Klompen und Bauerntracht auch einen Buuretanz aufführten. Dass dabei reichlich holländische Fähnchen geschwungen wurden, zeigte die Nähe und Verbundenheit zu den Nachbarn jenseits der Grenze.

Einen Appell für Multikulti stellte das Lied „Stammbaum” dar. Natürlich durfte das kölsche Schullied schlechthin, „En dr Kayjaß Nr. 0”, nicht fehlen, spricht es doch schon seit Jahrzehnten den Schülern aus der Seele, wenn es heißt „Dat wissen mer nit mie, janz bestimmt nit mie ...”. Dementsprechend laut war der Chor der Zuschauer, gegen den die Musiker nicht ansingen konnten.

Seit fast vier Jahrzehnten steht der Name „Bläck Fööss” für kölsche Mundartmusik, die weit über die Karnevalszeit hinaus Gehör findet. Gemeinsam engagieren sich die Bandmitglieder im Verein „Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums”. In diesem Rahmen sind sie häufig an den Kölner Schulen unterwegs, wo sie den Umgang mit dem Kölner Dialekt fördern wollen.

Nach Wegberg waren neben den Urgesteinen „Bömmel” Lückerath und Hartmut Priess auch der Sänger Kafi Biermann und Techniker Tobias Nievelstein gekommen.

Letzterer hatte sogar eine ganz besondere Beziehung zur Erich-Kästner-Schule, wo er als Kind selber die Schulbank gedrückt hatte. Beim Auftritt der „Fööss” spielte er auf einer Kiste, die das Schlagzug ersetzte. Denn die Kölner Musiker spielten weitestgehend unplugged, das heißt ohne aufwändige elektrische Verstärker. Dem Spaß, den sie und die Schüler dabei hatten, tat es keinen Abbruch. Ohne Zugabe wurden die „Bläck Fööss” natürlich nicht von der Bühne gelassen.
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