Schrofmühle mahlt problemlos seit 450 Jahren

Von: bast
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Die „Macher” im Museumsraum: Michael Körner, Rita Körner, Theo Schmitz, Dietmar Schmitz, Dr. Ferdinand Schmitz (v.li). Foto: Strickstrock

Wegberg-Rickelrath. Sie haben sich gesucht und gefunden, sprühen voller Ideen und setzen sie auch in Taten um: Theo Schmitz und Sohn Dr. Ferdinand als Eigentümer der Schrofmühle, Dietmar Schmitz vom Historischen Verein Wegberg und Michael Körner mit Ehefrau Rita, Profi-Designer aus Wegberg.

Am 3. Mai wollen sie gemeinsam ein neues Mühlenmuseum in der Schrofmühle bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Vorbereitungen dafür laufen seit längerer Zeit. Dr. Schmitz meinte, der Mühlenaspekt sei in Wegberg immer schon etwas zu kurz gekommen sei.

Deshalb wolle man die Mühlengeschichte an der Schwalm darstellen. Nachdem inzwischen die aus fünf kleinen Räumen bestehende, ehemalige Müller-Wohnung frei geworden ist, wurden die Zwischenwände entfernt und der neu geschaffene Raum renoviert.

Er soll künftig Darstellungen der 17 Mühlen an der Schwalm zeigen. Daneben kann er für zahlreiche andere Möglichkeiten genutzt werden.

Bei der Vorstellung war der Museumsraum noch jungfräulich, bald aber wird Leben herrschen, zumal einer der Pläne vorsieht, im Nebenraum einen speziellen Backofen einzubauen, in dem der Teig des in der Mühle gemahlenen Korns zu Brotlaiben wird.

Die Schrofmühle wurde nach einem Müllerstreit mit Bauern, weil das Wasser zu hoch gestaut war, erstmalig 1558 urkundlich erwähnt. Sie war ursprünglich eine reine Ölmühle, die später mit einem Getreidegang versehen bis 1951 arbeitete.

Nach der Stilllegung blieb das Mahlwerk unangetastet, und Theo Schmitz sorgte mit seiner Familie, einem Förderverein und zahlreichen finanziellen Hilfen dafür, dass die Mühle intakt blieb, der ursprünglich technische Zustand nach vielfältigen Restaurationsmaßnahmen erhalten werden konnte und somit die Schrofmühle heute die einzige funktionstüchtige Wassermühle am Niederrhein ist.

Von Jahr zu Jahr steigen die Besucherzahlen, besonders Schulklassen werden gern gesehen. Der ehemalige Pädagoge Schmitz sorgt dafür, dass das alte Handwerk auch der Jugend vermittelt wird.

Damit der künftige Museumsraum mit Bildern aus Landkarten und anderen Darstellungen ein lebendiges Bild vermittelt, begaben sich Dietmar Schmitz und Rita Körner auf Spurensuche in Archiven, befragten Familien, die früher in den Mühlen wohnten, als Zeitzeugen und kramten in Dokumenten.

Das nächste Großereignis steht auch bevor: Der jährlich am Pfingstmontag bundesweit begangene Deutsche Mühlentag wird am Pfingstmontag, 1. Juni, in der Schrofmühle von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers als Schirmherr in einem Festakt eröffnet. Auf dem Gelände soll ein großes Festzeit errichtet werden, in dem an drei Tagen etliche Veranstaltungen vorgesehen sind.

Die Schrofmühle steht dann auf 13.000 Plakaten bundesweit im Mittelpunkt des Interesses.
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