Schottland-Praktika als Bausteine der Partnerschaft

Von: hewi
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Freude über die Auslandspraktika in Schottland: Landrat Stephan Pusch (3. v. r.) im Kreise der Organisatoren und Praktikumspioniere. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Fünf Schülerinnen und Schüler der drei Berufskollegs des Kreises Heinsberg hatten die Möglichkeit, ein berufsbezogenes Praktikum im schottischen Partnerkreis Midlothian zu absolvieren. Bei einem Pressegespräch im Erkelenzer Berufskolleg waren sich Beteiligte und Verantwortliche einig: Was ein Pilotprojekt war, soll zu einer regelmäßigen Einrichtung werden.

„Die Praktika können wichtige Bausteine der Kreis-Partnerschaft werden“, erklärte Landrat Stephan Pusch. Als Träger der drei Berufskollegs sei der Kreis in der Pflicht, seinen Beitrag zu leisten. Dass dieser nicht rein finanzieller Natur sein müsse, wusste Puschs Mitarbeiterin Janine de Almeida zu berichten.

Bei ihr liefen alle Fäden auf deutscher Seite zusammen. Sie half bei der Beschaffung der EU-Fördermittel aus dem Erasmus-plus-Programm und hielt Kontakt zu den Partnern in Schottland. Dabei waren bestehende Kontakte durchaus nützlich, die der Leiter des Erkelenzer Berufskollegs, Paul-Günther Threin, zur Fachhochschule in Edinburgh unterhält.

In Gastfamilien gelebt

Die fünf Schüler lebten während ihres Aufenthalts in Gastfamilien. „Wir wurden sehr herzlich empfangen“, berichtete Thomas Kordysiak. Der Abiturient lernte die Arbeit im Midlothian Council in der Arbeitsvermittlung kennen. Svenja Reynders und Katharina Esser, die in Geilenkirchen am Berufskolleg eine Ausbildung zur Erzieherin absolvieren, arbeiteten in privaten Kindergärten und städtischen Einrichtungen.

„Probleme mit der Verständigung hatte ich dabei nicht“, erzählte Katharina Esser. Auch an den schottischen Dialekt habe sie sich schnell gewöhnt. Marie Christin Carduck, die das Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen besucht, lernte auch die klassische Verwaltungsarbeit in Midlothian kennen.

Sie plant nach dem Abitur einen Auslandsaufenthalt, um ihren Erfahrungsschatz zu erweitern. Marvin Kleinen vom Erkelenzer Berufskolleg erlebte beim Midlothian Road Service (Straßenmeisterei) die Graben-Verbausysteme im Einsatz, die sein Ausbildungsbetrieb LTW Tiefbauvertriebs GmbH (Hückelhoven) herstellt. „Der Straßenbau wird in Schottland völlig anders betrieben“, erzählte er.

Gastgebende Betriebe gesucht

Der Erkelenzer Schulleiter Threin und seine Geilenkirchener Kollegen Gabriele Kaspers (Berufskolleg Wirtschaft) und Rolf-Dieter Crott (Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik) hoffen nun, dass sie interessante Betriebe für ein Praktikum schottischer Schüler im Kreisgebiet gewinnen können. „Das ist Werbung für den Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg und zugleich eine Investition in die Bildung“, betonte er.

Landrat Pusch lobte das Engagement der Ideengeber. „Um das auf die Beine zu stellen, muss man ­einen langen Atem und ein überdurchschnittliches Engagement an den Tag legen“, hob er hervor.

Die Vorbereitungen und ersten Gespräche hatten schon im Frühjahr 2014 begonnen. Im November reisten die ersten Azubis nach Schottland, im März folgten weitere.

Der Sinn von Pilotprojekten ist bekanntlich, in der Praxis die Durchführbarkeit einer Idee zu testen. Nachdem die fünf Praktikumspioniere der Berufskollegs dies erfolgreich geschafft haben, ist ein regelmäßiges Angebot geplant, in das auch schottische Schüler und Azubis einbezogen werden sollen.

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