Kreis Heinsberg - Schornsteinfeger sind Wandel unterworfen

Schornsteinfeger sind Wandel unterworfen

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Kreis Heinsberg. Ein Schornsteinfeger, der am Computer an seiner eigenen Homepage bastelt? Für die acht Schornsteinfegermeister, die im Rahmen einer Fortbildung bei der RAG Bildung GmbH in Hückelhoven das notwendige Rüstzeug an die Hand bekommen haben, kein Problem mehr.

Haben sie doch jetzt die Möglichkeit, sich auf dem Markt zu präsentieren und ihre Leistungen bezirksunabhängig anzubieten.

Wem ist dieses Bild nicht vertraut: Der rußgeschwärzte Mann in schwarzer Montur mit Zylinderhut, Besen und Leiter balanciert auf dem Dachfirst. Es bringt Glück, ihn zu berühren, heißt es. Er macht einen freundlichen und arbeitsamen Eindruck und genießt in der Öffentlichkeit hohes Ansehen.

Doch der Beruf Schornsteinfeger ist seit Jahren einem Wandel unterworfen. Der traditionell „schwarze Mann” hat immer weniger Kamine zu fegen und immer mehr darauf zu achten, dass diese kaum noch gekehrt werden müssen.

Der moderne Schornsteinfeger ist Fachmann in den Bereichen Umweltschutz, Brandsicherheit und Energieeinsparung.

Mit Aktenkoffer und unterschiedlichen Messgeräten ausgestattet, nimmt er zunehmend mehr Überwachungsaufgaben wahr, er misst, erfasst und analysiert Daten an Feuerungsanlagen und berät Kunden in Fragen der Verbrennungsoptimierung.

Änderungen für den Berufsstand bringt auch das neue Schornsteinfegergesetz mit sich. Nach einer Übergangszeit von fünf Jahren dürfen Kunden ihren Kaminkehrer ab Januar 2013 frei wählen.

Die Schornsteinfegerbetriebe sind in Zukunft zwar höherem Wettbewerb in ihrem Stammbezirk ausgesetzt. Sie haben aber nun die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen auch in anderen Bezirken anzubieten. Diese Chance haben acht Schornsteinfegermeister aus dem Kreis Heinsberg erkannt.

Um sich im Internet entsprechend darstellen zu können, lernten sie im Rahmen einer Fortbildung bei der RAG Bildung in Hückelhoven, wie man eine eigene Homepage gestaltet und aussagefähige Marktanalysen durchführt.

„Wir haben gemeinsam eine eigene Website erstellt, auf der wir uns vorstellen und unsere Leistungen und Fachbereiche transparent machen”, berichtet Schornsteinfegermeister Frank Türp, einer der acht Teilnehmer der Fortbildung.

Der 51-Jährige ist seit 1994 selbstständig und bislang für den Kehrbezirk Erkelenz und Umgebung zuständig. Seine Leidenschaft für den Beruf hat der Heinsberger in all den Jahren nicht eingebüßt.

„Was mich daran fasziniert, sind zum einen die Kontakte zu Menschen, die im Laufe der Zeit immer intensiver werden, und die Geschichte der Häuser, die man miterlebt”, sagt er. „Zum anderen werden unsere Aufgaben zunehmend innovativer und anspruchsvoller und damit auch interessanter.”

Türp, der sich auf Thermografie spezialisiert hat, kann beispielsweise mithilfe einer hochauflösenden Infrarotkamera die Überprüfung der einwandfreien Wärmedämmung von Gebäuden vornehmen, dabei mögliche thermische Verluste erkennen und frühzeitig Fehlerquellen lokalisieren. Seine Kollegen, die andere Spezialgebiete abdecken, ergänzen die breitgefächerte Angebotspalette der Heinsberger Schornsteinfeger.

„Wir zeigen Alternativen bei der Mängelbeseitigung, beraten die Kunden bei der Planung und Vorbereitung von Umbauten beziehungsweise Änderungen an Feuerungsanlagen, führen Heizungschecks, hydraulische Abgleiche und sogenannte Blower-Door-Tests (zur Überprüfung der Luftdichtigkeit) durch und stellen Energiepässe aus, um nur einige unserer Aufgaben zu nennen”, so Türp.

Doch bei aller Veränderungen in diesem Beruf, eines ist nach wie vor gleich geblieben: Einen Schornsteinfeger anzufassen, soll Glück bringen!
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