Heinsberg - Schon als Lehrer für die Schüler geschrieben

Schon als Lehrer für die Schüler geschrieben

Von: Anna Petra Thomas
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Winfried Spindler freut sich À
Winfried Spindler freut sich über die ersten druckfrischen Exemplare seines neuen und zweiten Buches mit dem Titel „Grenzlandvagabunden”. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „In den sechziger Jahren, da fing es an mit der Tramperei nach Italien.” Wer Winfried Spindler anspricht auf seine „Grenzlandvagabunden”, kann mit ihm sofort abtauchen in eine Zeit, die ein halbes Jahrhundert zurückliegt und die ihn selbst stark geprägt hat.

Entstanden ist sein neues Buch in einem kleinen, weiß getünchten Reihenhaus an der Straße Auf dem Brand in Heinsberg, in dem der ehemalige Konrektor der Karkener Grundschule mit seiner Frau lebt. In einem noch viel kleineren Arbeitszimmer in der oberen Etage des Hauses hat er über die „Grenzlandvagabunden” geschrieben, von Hand, wie er berichtet. Erst einmal schnell und dann noch mal ein oder auch zwei Mal ins Reine, bevor sein Frau Ursula sein Manuskript dann ins Laptop tippte.

Nach „Grenzstadtindianer”, dem ersten Buch von Spindler, das in der Zeit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg spielt, ist dies sein zweites Buch über die Zeit der fünfziger Jahre bis in den Anfang der sechziger Jahre. „Manche Personen sind gleich, aber man kann das zweite Buch auch unabhängig vom ersten lesen”, erklärt er. Was er in seinem neuen Werk beschreibt, ist der Beginn des sogenannten Wirtschaftswunders. „Es geht wieder aufwärts. Die Menschen gönnen sich etwas, sie gehen ins Kino, besuchen Theater und Kabaretts, feiern und gehen tanzen”, heißt es in der Information des Nettetaler Verlags Fegers zum Buch. Die letzten Kriegsgefangenen seien aus Russland in ein Deutschland heimgekehrt, das zu dieser Zeit mit zähem Fleiß wieder aufgebaut wurde.

Aber nicht alle Väter waren zurückgekehrt, auch der des Autors nicht. Er war 1944 gefallen. Mit seiner Mutter und seiner Schwester war der Duisburger nach Württemberg evakuiert worden und landete dann nach dem Krieg in Kaldenkirchen, einem Teil der heutigen Stadt Nettetal. Und so sind auch seine Bücher zum Teil autobiografisch. „Ein Drittel habe ich selbst erlebt”, sagt Spindler. „Ein Drittel habe ich von Bekannten gehört, und der Rest ist verbunden mit viel eigener Phantasie”.

Über das Abitur in Kempen bei Krefeld und sein Lehramtsstudium in Dortmund kam der Autor dann zunächst nach Mönchengladbach. Über die Heinsberger Hauptschule führte ihn sein Weg an die Grundschule nach Karken, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 als Konrektor tätig war.

Zum Schreiben gekommen ist er danach nicht von ungefähr. Schon während seiner Tätigkeit als Lehrer habe er für seine Schüler viele Geschichten geschrieben, auch Sagen oder Theaterstücke, verrät er. „Weil die Lesebücher nicht immer das Beste hergaben”, fügt er hinzu. Zwei Jahre hat er für sein erstes, rund 260 Seiten starkes Werk benötigt, das vor zwei Jahren erschienen ist.

Noch 20 Seiten mehr hat das neue Buch, das er in den vergangenen zwei Jahren geschrieben hat. Und das dritte? „Ideen hätte ich noch viele”, sagt Spindler. Ob es aber in zwei Jahren ein Buch über die sechziger oder gar siebziger Jahre geben wird? „Das zweite war schon schwieriger als das erste”, betont er. Denn während das erste sich nur auf Kaldenkirchen konzentriert habe, spiele das neue Buch in der gesamten Region Kempen-Krefeld. „Und da fing es ja auch an mit der Tramperei nach Italien?”
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