Schnell werden Fledermäuse zu Findelkindern

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Junge Zwergfledermaus: Die Naturschützer haben auch sie im Blick. Foto: Michael Straube / Nabu Heinsberg

Kreis Heinsberg. Wie bei vielen Tieren herrscht derzeit auch in den Quartieren der Fledermäuse emsiges Treiben. Die Jungen, die aufgrund des kalten Frühjahrs mit mehreren Wochen Verspätung im Juni oder Anfang Juli geboren wurden, wachsen kräftig heran und bereiten sich auf ihre ersten Flugstunden vor, so Michael Straube vom Nabu-Kreisverband Heinsberg.

Da kleine Fledermäuse nicht weniger neugierig als Kinder sind, fällt das eine oder andere Tier aus seinem Unterschlupf und verliert den Kontakt zu Mutter. Derzeit werden gehäuft junge Fledermäuse gefunden und dem Nabu gemeldet.

Im Falle eines Fundes rät der Nabu: Die kleine Fledermaus vorsichtig mit Handschuhen oder ­einem Tuch in einen Karton setzen und abends auf einem Holzblock oder einem anderen rauen Gegenstand unerreichbar für Katzen an die frische Luft stellen oder bei bekannten Fledermausquartieren an die Wand darunter setzen! Fliegt die Mutter vorbei, wird das Kleine sie rufen und die Alte trägt das Junge in ihr Heim zurück. Die Chance dafür ist in den ersten beiden Nächten nach dem Fund recht groß.

Wichtig ist, dem Tier Wasser zu geben, in dem man einen Stift oder ähnliches in Trinkwasser taucht und die Tropfen an die Schnauze hält. Die Aufzucht kleiner Fledermäuse in Menschen­obhut ist schwierig. Selbst wenn es gelingt, die Tiere groß zu ziehen und zum Fliegen zu bringen, sind sie verloren und verhungern, sobald man sie in die Freiheit entlässt. Sie müssen dann ganz schnell lernen, mit ihren Ultraschallrufen Insekten zu finden und zu fangen. Auch kennen sie noch keine Verstecke. In dieser Zeit werden sie normalerweise noch vom Muttertier mit Milch versorgt.

Die meisten im Kreis Heinsberg gefundenen Fledermäuse sind aber gar keine Babys mehr, sondern Zwergfledermäuse, die auch ausgewachsen nur knapp daumengroß sind. Wie alle Fledermaus-Arten sind sie gesetzlich streng geschützt. Fledermäuse dürfen nicht gefangen oder getötet werden und auch ihre Quartiere stehen unter Schutz.

Daher appelliert der Nabu an alle Quartierbesitzer und -kenner, die Tiere jetzt unbedingt in Ruhe zu lassen und Arbeiten an von Fledermäusen bewohnten Dächern und Verkleidungen bis mindestens Mitte August, besser noch bis Ende September zu verschieben. Das ist auch im Interesse der Menschen, frisst jede Fledermaus doch mehrere Hundert bis Tausende kleiner Insekten pro Nacht.

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