Schließungen von Apotheken befürchtet

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Eine für alle: die zentrale Rufnummer 0800 00 22 833 gibt Auskunft über die Notfall-Apotheken. Foto: ddp

Kreis Heinsberg. Die Bundesregierung plant eine gesetzliche Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) sieht nach Angaben der Apothekerkammer und des Apothekerverbandes unter anderem massive Belastungen für die Apotheken zum 1. Januar 2011 vor.

So solle durch die Umstellung der Großhandelsvergütung bis zu eine halbe Milliarde Euro jährlich auf Kosten der Apotheker vor Ort eingespart werden. Denn die Verluste, die der Großhandel durch die Neuregelung mache, werde er nicht selber tragen, sondern an die Apotheken weitergeben, heißt es.

„Das ist existenzgefährdend und nicht hinnehmbar, zumal die Apotheken nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen sind”, erklärten die Apotheker im Kreis Heinsberg. Welche Auswirkungen das Neuordnungsgesetz vor allem für die Patienten habe, darüber wollen die Apotheker im Kreis Heinsberg mit Plakaten, Fakten und Hintergrundinformationen aufklären.

„Die Politik hat mit dem geplanten Gesetz das Wohl der Patienten aus dem Auge verloren, denn es gefährdet die Zukunft vieler Apotheken und damit die flächendeckende, wohnortnahe und sichere Arzneimittelversorgung, vor allem im ländlichen Raum”, so Hans Kühle, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg. „Alleine im Nacht- und Notdienst versorgen die Apotheken bundesweit täglich mehr als 20.000 Hilfe suchende Menschen, auch an Wochenenden und Feiertagen. Auch dieses bewährte System ist dadurch gefährdet.”

Schon heute würden die Apotheker durch die bürokratisch enorm aufwändige Umsetzung der Rabattverträge aktiv dazu beitragen, den Krankenkassen pro Jahr rund eine Milliarde Euro einzusparen. „Kämen die Auswirkungen des AMNOG dazu, würde das einen Verlust von durchschnittlich weit mehr als 20.000 Euro pro Jahr je Apotheke bedeuten”, so der Apotheker. Die Folge wäre die Schließung zahlreicher Apotheken auch im Kreis Heinsberg wegen Unrentabilität.
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