Scheu abbauen und Kontakte einfädeln auf der Azubimesse

Von: kl
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Schon wenige Minuten nach der Eröffnung strömten die interessierten Jugendlichen in Scharen in die Stadthalle, um sich ausführlich über ihre Berufschancen zu informieren. Foto: Koenigs

Erkelenz. Schon kurz nach Beginn der dritten Azubimesse in der Erkelenzer Stadthalle am Mittwochmorgen stand für Sandra Schürger fest: Es wird auch eine vierte Azubimesse geben.

Die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung im Erkelenzer Rathaus, die gemeinsam mit Kolleginnen diese Veranstaltung organisiert hatte, meinte, man sei „ausgebucht”, und für das nächste Jahr hätten schon viele Unternehmen zugesagt.

Die Zahl von rund 1300 Besuchern, die im letzen Jahr gekommen waren, würde sicherlich überschritten, schätzte sie in Anbetracht der Scharen von Jugendlichen, die schon kurz nach dem Öffnen der Türen in die Stadthalle strömten. „Wir haben alle weiterführenden Schulen in Erkelenz, Hückelhoven, Wegberg, Wassenberg und nach Mönchengladbach angeschrieben und die Schüler zu einem Besuch eingeladen.” Offensichtlich war die Resonanz auf diese Einladung enorm.

Die Erwartungshaltung Beim besuch der Azubimesse war bei den Jugendlichen, die nach dem Schulabschluss eine berufliche oder eine weitergehende schulische Tätigkeit suchen, nicht anders als bei den rund 30 Unternehmen und Einrichtungen, die sich präsentierten. „Es geht darum, Scheu abzubauen und erste Kontakte zu knüpfen”, bestätigte Schürger. „Viele Jugendliche wissen überhaupt nicht, welche Ausbildungsmöglichkeiten es in Erkelenz und in der Region gibt.”

Und die sind vielfältig, wie etwa an den Ständen der Traditionsunternehmen Aker Wirth und Hegenscheidt zu erkennen war. „Wir bilden im kaufmännischen, gewerblichen und technischen Bereich aus”, erläuterte etwa Mustafa Yaman, Ausbildungsleiter bei Wirth. Er lobte die „sehr gut organisierte Messe”, die sein Unternehmen ins Gespräch bringe mit möglichen Auszubildenden.

Es sei nicht zwingend, dass ein Kontakt, der bei dieser Messe zustande kommt, auch in einem Ausbildungsvertrag mündet. Sas sei auch nicht primäres Ziel. Wenn es gelinge, Jugendlichen zu zeigen, was etwas für sie sein könnte und was nicht, habe man schon ein Ziel erreicht. Es gehe ebenfalls darum, Vorurteile gegen bestimmte Berufe abzubauen. Darum bemüht sich auch die Kreissparkasse Heinsberg. Es müsse nicht unbedingt das Abitur sein, um eine Lehre bei der Bank zu beginnen, wird am dortigen Stand ausdrücklich betont.

Ein in Erkelenz erst seit wenigen Jahren angesiedeltes, „junges” Unternehmen ist Dr. Hahn. Aus Mönchengladbach kommend, gehört es zu den besten Ausbildungsbetrieben im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein. „Seit Jahren schon bildet der Fertigungsbetrieb in den Berufen Zerspanungstechniker und Industriekaufmann aus”, sagte Ausbildungsleiterin Sabine Mutert-Brendler. „Für 2012 haben wir uns gerade jetzt entschlossen, noch drei Ausbildungsplätze zum Zerspanungsmechaniker anzubieten.” Auch das sei ein Grund, warum sich das Unternehmen auf der Azubimesse präsentierte.

Ein leichtes Kopfschütteln verursachte bei Sandra Schürger die Frage nach reinen Handwerksbetrieben. Sie fehlten mit einer Ausnahmen. „Wir haben rund 300 Unternehmen angeschrieben und auch die Handwerkskammer.” Die Resonanz beim Handwerk war gering. Lediglich Wurstspezialitäten Esser mit dem Hauptsitz in Erkelenz-Lövenich stellte sich und seine Ausbildungsmöglichkeiten vor, die bis hin zum Studiengang Bachelor of Arts in der Fachrichtung Kulinaristik/Food reichen.

Nicht nur Personalleiter Kurt Linden und Bezirksleiterin Renate Hübner informierten am Stand in der Stadthalle, sie wurden auch von einem Auszubildenden begleitet, der bei der letztjährigen Azubimesse den Kontakt zu dem Handwerksbetrieb aufgenommen hatte. Jetzt kann er aus erste Hand informieren. Ihm gleich taten es die Auszubildenden von Aker Wirth und Hegenscheidt, die ebenfalls „hautnah” berichten konnten, wie es bei einer beruflichen Ausbildung zugeht.

Nicht jeder, der zur Messe kam, war an einer Lehrstelle interessiert. Manch einer suchte nach einer schulischen Weiterbildung oder nach einer Möglichkeit für ein Studium an einer Hochschule. Auch ihnen wurde geholfen. Und wer letztendlich nicht weiterkam, der konnte sich an die Bundesagentur für Arbeit wenden. Garniert wurde die Messe von Vorträgen und Informationsveranstaltungen rund um die Ausbildung.

Und wer wollte, konnte prüfen lassen, ob seine Bewerbungsunterlagen in Ordnung sind und was er eventuell noch verbessern kann, um seine Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu steigern.
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