„Schatzsucher” helfen trauernden Kindern und Jugendlichen

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Setzen sich in der Trauerbegle
Setzen sich in der Trauerbegleitung ein: Björn Clahsen, Susanne Hoeren, Nicole Pahl, Kathleen Schönefeld, Tamara Hensen, Maria Schroeders, Ingeborg Röhling und Pfarrer Dr. Titus Reinmuth (v.r.) Foto: Bindels

Wassenberg. „Ein Anruf einer Mitarbeiterin aus der Jugendhilfe erreichte uns wie ein Mayday-Notruf, da in einer Schule mehrere Trauerfälle in kürzester Zeit Schüler und Lehrer mit dem Thema Trauer stark belasteten”, erzählt Björn Clahsen.

Er ist ausgebildeter Trauerbegleiter und mit Susanne Hoeren im Leitungsteam der „Schatzsucher” - einem rein spendenfinanzierten Hilfsangebot für trauernde Kinder und Jugendliche des Hospizdienstes Regenbogen in Wassenberg. „Vor allem galt dieser Hilferuf einem 15-Jährigen, der ein Elternteil durch Tod verloren hatte”, so Clahsen. Innerhalb weniger Tage war die Absprache mit der Schule getroffen, in zwei Unterrichtseinheiten das Thema Trauer angesprochen und die persönliche Hilfestellung für den Jungen organisiert.

„Wir machen den Kindern und Jugendlichen Mut, ihre Trauer zuzulassen. Mit Schatzsuche ist gemeint, im Trauerfall sich auf die Suche zu machen nach einer Erinnerung an den Gestorbenen, um diese bewahren zu können”, erklärt Hoeren. Ein Ring, ein Brief, eine Münze können das sein. „Ein Schulkind, dessen Elternteil gestorben ist, erstarrt, wird sprachlos, fühlt sich schuldig. Es kann auch wütend, aggressiv oder aufsässig sein. In unseren Räumen darf das Kind brüllen, weinen, aber auch spielen, kuscheln oder anderen sein Leid erzählen. Es erfährt, dass all dies Möglichkeiten sind, Trauer zu zeigen”, beschreiben Tamara Hensen und Nicole Pahl als ausgebildete Trauerbegleiterinnen ihre Arbeit. Drei Altersgruppen betreuen Ingeborg Röhling, Kathleen Schönefeld und Maria Schröders ehrenamtlich. Zur Zeit sind es 24 Kinder und Jugendliche.

„Ich bin froh, dass ich auch andere kennengelernt habe, die genauso fühlen wie ich. Das gibt mir das Gefühl, mit meiner Trauer nicht allein zu sein”, hat Lene, eine Teilnehmerin einmal gesagt. Darum geht es: nicht das Gefühl zu haben, alleine zu sein.

Trauerbegleitung: Ausbildung für Ehrenamtler

Der ambulante Hospizdienst Regenbogen bietet eine Ausbildung für Ehrenamtler in Trauerbegleitung an. In dem Seminar geht es darum zu lernen und Erfahrungen auszutauschen, wie man einzelne Trauernde in Begegnungen und Gesprächen begleiten kann. Das Seminar umfasst 80 Stunden in zwei Wochenenden und fünf Tagesseminaren. Leitung und Begleitung durch Diplom Pädagoge Georg Wiefels und Susanne Hoeren.

Der Info-Abend ist am Montag, 12. November, 19.30 Uhr, im Johanniterstift Wassenberg am Johanniterweg 1. Anmeldungen werden bis zum 5. November unter 02432/939679 entgegengenommen.

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