Schädlingsbekämpfung: Sprüheinsatz an 5200 Bäumen

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Die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner steht wieder an. Foto: Kreisverwaltung Heinsberg

Kreis Heinsberg. Mit ihren langen Haaren ist sie im wörtlichen Sinne ein „reizender“ Zeitgenosse: die Raupe des Eichenprozessionsspinners. Weil sie die wertvollen Eichen befällt und mit ihren Brennhaaren allergische Reaktionen beim Menschen auslöst, werden sie dort, wo sie mit Menschen in Kontakt kommen kann, entsprechend bekämpft.

Der Kreis Heinsberg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie die Stadt Baesweiler und der Kreis Düren für das Stadtgebiet Linnich haben für die kommenden Wochen wieder eine gemeinsame vorbeugende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geplant – und zwar an Eichenbäumen, an denen mit einem verstärkten Befall zu rechnen sei, teilte die Pressestelle des Kreises Heinsberg mit.

Verkehrsteilnehmer werden gebeten, auf entsprechend gekennzeichnete Einsatzfahrzeuge und die zum Einsatz kommende Sprühturbine zu achten. In diesem Jahr sollen rund 5200 Eichenbäume entlang von Verkehrsstraßen und auf öffentlichen Grünflächen behandelt werden. Die Arbeiten zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners starten voraussichtlich an diesem Montag, 8. Mai.

Während der Besprühung der Eichenbäume in den hellen Tages- und Abendstunden (bis etwa 21 Uhr) muss aufgrund der eingesetzten Sprühturbine kurzzeitig mit Beeinträchtigungen gerechnet werden.

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen laut Kreis eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Bei Berührung mit den Brennhaaren könnten diese eine allergische Reaktion auslösen. Auch die nach der Häutung der Raupen zurückbleibenden alten Larvenhäute würden weiterhin eine hohe Konzentration an Brennhaaren besitzen. Durch Mäh- und Unterhaltungsarbeiten in den Grünflächen könnten diese Brennhaare wieder aufgewirbelt werden und zu gesundheitliche Beeinträchtigungen führen.

Der Eichenprozessionsspinner kommt an allen Eichenbaumarten vor, insbesondere in der hiesigen Gegend an den europäischen ­Arten der Stiel- und Traubeneiche. Er tritt in warm-trockenen Regionen insbesondere im Tiefland auf. „Eine vorsorgliche Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist unter Abwägung aller Aspekte die zum Schutz der Bevölkerung verhältnismäßigste Lösung“, so der Kreis weiter.

Mit der Durchführung der Präventionsmaßnahme sei vom Kreis Heinsberg wieder ein Fachunternehmen beauftragt worden. Besprüht würden die Eichenbäume mit dem Biozid „Dipel ES“. Dieses Mittel habe eine Zulassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und basiere auf bestimmten Stämme des so genannten Bacillus thuringiensis (BT).

Das Biozid wirke als Fraßgift; es töte nur bestimmte Raupen und nicht Nutzinsekten wie Marienkäfer oder Schlupfwespen. Die Raupen würden die zunächst ungiftige Vorstufe des Wirkstoffs beim Fressen der jungen Eichenblätter aufnehmen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt bilde der Bazillus den eigentlichen Giftstoff und löse die Vergiftung des Eichenprozessionsspinners aus.

Der Vorteil dieses Mittels bestehe darin, dass beim Versprühen des Biozids dieses für den Menschen vergleichsweise unbedenklich sei. Vorsorglich werde jedoch empfohlen, als Passant dennoch dem Sprühnebel auszuweichen sowie als Anwohner beim Vernehmen der Sprühturbine für die Zeit der Bekämpfungsmaßnahme Fenster des Wohnhauses zu schließen.

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