SC Wegberg: Kein Geld, Watsche für Vorsitzenden

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Wegberg. Der SC Wegberg sieht sich nach langer Durststrecke im Aufwärtstrend. „Da ist Luft nach oben drin”, erklärte der Vorsitzende Manfred Vits auf der Jahreshauptversammlung in der Ophover Mühle und meinte damit nicht nur den Tabellenstand der ersten Mannschaft.

Vits wurde zu Beginn der Versammlung mit der Verdienstmedaille des Fußballverbandes in Silber ausgezeichnet. Die Auszeichnung nahm sein Vorstandskollege Hans Phlippen vor, der auch dem Kreisschiedsrichterausschuss angehört. Die Auszeichnung bezieht sich auf das langjährige Engagement des Vorsitzenden, der dem Verein seit 1966 und dem Vorstand seit 1987 angehört. Seit 2006 ist Vits Vorsitzender des Traditionsvereins. Seine Aufgabe ist durch die derzeitige Lage des Vereins nicht einfach. „Wir haben absolut kein Geld mehr”, erklärte er vor der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit zwei Jahren würden auch keine Prämien mehr ausgezahlt.

Sportlich wie finanziell hat der SC Wegberg also schon bessere Zeiten gesehen. Die erste Mannschaft gilt als Abstiegskandidat aus der Kreisliga B, die zweite steht auf dem Sprung zum Aufstieg von der C in die B. Personell sei man wieder so weit, dass man die Mannschaften aus dem eigenen Nachwuchs versorgen könne. „Wir bauen auf die eigene Jugend”, betonte Vits und zeigte sich zuversichtlich, „in zwei bis drei Jahren wieder oben mitzuspielen”. Als er diese Aussage tätigte, wusste Vits noch nicht, was sich später bei der Wahl abspielen würde.

Für den sportlichen Misserfolg macht er auch den Erfolg der Nachbarn mit verantwortlich. Es sei schwer, im Schatten und in direkter Nachbarschaft des bekannten SC Beeck zu stehen.

Die guten Spieler wandern ab

„Das nimmt uns natürlich eine Menge guter Spieler weg”, so Vits. Im nächsten Jahr feiert des SC Wegberg seinen hundertsten Geburtstag. „Als Traditionsverein sind wir nicht aus Wegberg wegzudenken”, betonte Vits selbstbewusst.

In seinem Tätigkeitsbericht bezeichnete Vits die beiden Trainerwechsel in der ersten Mannschaft im vorigen Jahr als „schwere Entscheidungen”. Die Arbeit des derzeitigen Trainers Hans Offermanns, der aus der A-Jugend stammt, werde gut angenommen. Dies gelte auch für den Trainer der Zeiten, Gottfried Reinders.

Auch Teilwahlen des Vorstandes standen auf der Tagesordnung. Dabei wurde der stellvertretende Schatzmeister Reinhard Mainz in seinem Amt bestätigt. Hans Phlippen wurde in das Amt des zweiten Geschäftsführers gewählt. Auch Vits wurde als Vorsitzender wiedergewählt.

Dabei bekam er aber auch den Gegenwind zu spüren, der ihm aus der Jugendabteilung ins Gesicht bläst. In deren Namen beantragte nämlich Reinhold Plum geheime Wahl, was ein Zeichen dafür ist, dass man versuchte, am Stuhl des Vorsitzenden zu sägen. Zumal es nicht einmal einen Gegenkandidaten gab. Bei der Wahl kam es zu 31 ja- und 16 Neinstimmen sowie sieben Enthaltungen.

Schon im Vorfeld hatte es „kritische Gespräche” zwischen dem Vorsitzenden und der Jugendabteilung gegeben, wie Vits auf Nachfrage betonte.

Mit einem solchen „Schuss vor den Bug” war also zu rechnen. Ob diese aufgeladene vereinsinterne Atmosphäre den Aufbauplänen des Vereins gut tut, bleibt abzuwarten.
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