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Savoir vivre: Ein Hauch Urlaub

Von: hewi
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Auf dem französischen Markt in Erkelenz konnten die Besucher auch ihr Geschick beim urfranzösischen Boulen ausprobieren. Als Organisator machte Helmut Dahlen eine gute Figur. Foto: Koenigs

Erkelenz. Auch der vierte Französische Markt brachte wieder Savoire vivre und einen Hauch von Urlaub nach Erkelenz. Am Alten Rathaus hatten die französischen Händler Station gemacht, um die Erkelenzer wieder mit Gaumenfreuden zu verwöhnen, die es so in keinem deutschen Supermarkt zu kaufen gibt.

Denn korsische Konfitüre, Champagner von kleineren Herstellern, sehr aromatische Käse aus der Provence oder Eselsalami sucht man beim Discounter vergeblich. Und dieses spezielle Angebot ist es auch, das jedes Jahr die Besucher zum Alten Rathaus lockt, wenn die Franzosen zu Gast sind. „Hier kann ich meine eingerosteten Französischkenntnisse auffrischen”, freute sich Gaby Graf, die eigentlich aus Berlin zu Besuch war und eher zufällig von dem Markt erfuhr.

Sie freute sich auch darüber, dass man an einigen der 14 Stände auch schlemmen konnte. Frische Terrinen, Pasteten oder Flammkuchen luden zum Verweilen ein. Dabei hatten die Marktbeschicker aus den Vorjahren gelernt und die Portionen etwas kleiner ausfallen lassen. Das war ganz im Sinne der Besucher, die so öfter zuschlagen konnten.

„Der französische Markt passt gut zu den Erkelenzern”, erklärte Organisator Horst Brauner. Denn die Erkelenzer seien Genießer und „klassische Weintrinker” ohne eigenes Weinanbaugebiet. Dies bemerke man vor allem daran, dass auch teure Weine glasweise über den Tresen gingen. „Wer für einen Gewürztraminer auch mal ein paar Euro mehr auf den Tisch legt, der weiß ihn auch zu genießen.”

Dass es dabei immer wieder zu sprachlichen Problemen kommt, sei „durchaus gewollt”. Bei mangelnden Sprachkenntnissen wurde auch schon mal mit Händen und Füßen kommuniziert. Der Französische Markt solle wahrgenommen werden wie ein Tag Urlaub in Frankreich, erklärte Brauner, „da gehört ein bisschen radebrechen durchaus dazu”.

Die Händler tragen mit teilweise eigenwilligen Übersetzungen gerne zur Verwirrung bei. „Da wurde in der Vergangenheit eine Pfirsichkonfitüre durch Übersetzungsfehler schon mal als Fischkonfitüre angeboten”, erinnerte er sich. Aus einer Avocadoseife wurde aufgrund eines ähnlichen Übersetzungsfehlers eine „Rechtsanwalt-Seife”, die nach Aussage des Händlers auch noch besonders gut war „für der Peau”.

Ursula und Günther Failing aus Kückhoven nutzten das kulinarische Angebot gut und gerne. „Wir freuen uns jedes Jahr auf den französischen Markt”, bestätigten sie bei einem Teller französischer Gemüsesuppe. Allerdings hatten sie auch Kritik anzubringen, denn „der Markt könnte auch ruhig zweimal im Jahr stattfinden”. Eine Meinung, der sich viele Besucher gerne anschlossen.

In der Mitte des Marktareals am Rathaus gab es auch eine Boulebahn, die jedoch nicht wie in Frankreich mit Sand ausgeschüttet war. Vielmehr handelte es sich um ein großes Stück Kunstrasen, das durch Vermittlung des SV Schwanenberg dort hingelangt war. In Schwanenberg ist das Thema Kunstrasen ja seit einiger Zeit sehr aktuell.

Der Kunstrasenbeauftragte der Schwäne, Ralf Braun, ließ sich gerne von der weiteren möglichen Nutzung des begehrten Bodenbelags überzeugen.

Am Sonntag wurde noch einmal eine Kelle draufgelegt. Denn zum kulinarischen Markterlebnis kam der ungestörte Einkaufsbummel durch die Geschäfte der Innenstadt, zu dem die Geschäftsleute von 13 bis 18 Uhr einluden. Am Kölner Tor gab es eine weitere nostalgische französische Spezialität, als sich einige Freunde des früher sehr beliebten Citroen 2 CV, besser bekannt als „Ente”, mit ihren Prachtstücken einfanden. Vor allem jüngere Besucher staunten, dass man sich früher in solchen Automobilen tatsächlich auf die Straße gewagt hat - und es heute immer noch tut.

Nach dem Markt ist vor dem Markt. Kaum hatten am Sonntag die letzten Stände geschlossen, da setzte sich Braun schon mit Helmut Dahlen vom Gewerbering zusammen, um den Termin für das nächste Jahr festzulegen.
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