RWE Power zahlt 7,4 Millionen Euro für drei Hallen

Von: kl
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Erkelenz. Die Umsiedlung von Immerath, Lützerath und Pesch sowie von Borschemich wegen der heranrückenden Tagebaus Garzweiler II tritt in eine neue Phase.

Waren es bislang vornehmlich Bürger, die in die Umsiedlungsorte am Rande von Erkelenz oder Kückhoven wechseln, so ist es nun die Stadt Erkelenz selbst, die zur Umsiedlerin wird. Die im Eigentum der Stadt stehenden Immobilien haben nicht nur einen materiellen Wert, sie haben auch eine Funktion, die sie am neuen Ort ebenfalls innehaben sollen. Dies gilt für den Kaisersaal und die Sporthalle in Immerath ebenso wie für die Mehrzweckhalle in Borschemich.

Rund 7,4 Millionen Euro wird die Stadt in Borschemich (neu) und in Immerath (neu) für die Ersatzbauten investieren. Das Geld stammt aus der Kasse von RWE Power und wurde, wie der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg bei der Sitzung des Stadtrates mitteilte, in „nicht einfachen Verhandlungen” erworben.

Insofern werden der Umzug und der Neubau für Erkelenz nahezu kostenneutral abgewickelt. Die entsprechenden Ausführungsbeschlüsse sollen im Herbst im Bauausschuss getroffen werden.

Bislang gebe es, so Lurweg, Vorentwürfe, die drei Architektenbüros entwickelt hätten.

In Borschemich (neu) werde eine Mehrzweckhalle mit angegliedertem Feuerwehrgerätehaus gebaut. Die Halle soll auch für den Schul- und Vereinssport nutzbar sein.

In Immerath (neu) ist vorgesehen, bei der Sporthalle eine Lösung mit dem Sportplatz zu finden, nach der Umkleidekabinen und andere Räume eventuell gemeinsam genutzt werden können. Wie bei der Mehrzweckhalle in Borschemich so soll sich auch beim Kaisersaal das Raumprogramm am Bestand orientieren. Dabei ist eine bauliche Lösung mit dem Kindergarten angedacht.

Bürgermeister Peter Jansen ist mit der Entwicklung zufrieden. „Was und wie gebaut wird, darauf nimmt RWE keinen Einfluss.” Diese Regelung sei eine wesentliche Änderung gegenüber den bisherigen Gepflogenheiten bei der Umsiedlung kommunaler Gebäude. Auch ist ein Zweites aus seiner Sicht erfreulich: „Wir erhalten weitaus mehr als den Verkehrswert.”

Von einem guten Verhandlungsergebnis sprach der Fraktionsvorsitzende der CDU, Klaus Steingießer. In seinem Dank an die Verwaltung schloss er die Bürgerbeiräte ein, die konstruktiv zu diesem Ergebnis beigetragen hätten.

Vehement trat er einem Gerücht entgegen, das in Erkelenz in Umlauf gebracht worden sei: „Es ist absoluter Blödsinn, zu behaupten, die neuen Hallen seien schon an die Schulen und Vereine der Innenstadt verteilt. Die neuen Hallen sind für die vorgesehen, für die sie gebaut werden, nämlich für die von der Umsiedlung Betroffenen.

Der Grüne Hans-Josef Dederichs bescheinigte der Stadt, bei den Verhandlungen mit RWE Power den richtigen Weg zu beschreiten. Er gab allerdings aus seiner Erfahrung zu bedenken, dass der Verhandlungsweg für viele Umsiedler noch viel zu lang und zu aufreibend sei. Im Sinne ihrer Bürger sollte sich die Stadt Erkelenz noch mehr dafür einsetzen, dass die Umsiedlungsverhandlungen für die Betroffenen erträglicher werden.

Von der Sozialverträglichkeit einer Umsiedlung ist dabei längst keine Rede mehr.
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