Rur-Rocker reisen nach St. Petersburg

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Beim Integrationsfestival „Star of Hope” in St. Petersburg: Die Band „Rur-Rock - Wir zusammen” erlebte in der russischen Stadt ihren bisher größten Auftritt. Foto: Bernd Schleberger

Kreis Heinsberg. Große, nicht nur von ihrer Musik, sondern auch von ihrer Ausstrahlung geprägte Auftritte sind schon seit einigen Jahren das Markenzeichen der Oberbrucher „Rur-Rocker”, der Band von Hauptschule und Rurtal-Schule, der Schule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Dass ihr jüngster, einwöchiger Ausflug ins russische St. Petersburg zum Integrationsfestival „Star of Hope” („Stern der Hoffnung”) alles bisher Erlebte dann noch übertreffen sollte, hatte selbst Bernd Schleberger, Leiter der Rurtal-Schule, bei der Abreise nicht geahnt.

„Das war das Größte, was wir bisher erlebt haben”, fasste er die Eindrücke für die Gruppe zusammen, die aus sieben Schülern der Rurtal-Schule und sechs Schülern der Hauptschule bestand. Bei ihrem Auftritt in St. Petersburg wurden sie unterstützt von vier Schülern aus dem Heilpädagogischen Zentrum im russischen Pskow, mit dem die Oberbrucher eine enge Freundschaft verbindet.

Mit dabei waren auch Volkmar Gilleßen, der stellvertretende Leiter der Rurtal-Schule, mit seiner Bassgitarre, und Lehrerin Beate Theißen am Keyboard.

„Erst als wir vor Ort waren, haben wir so häppchenweise erfahren, was da auf uns zukommen würde”, berichtete Schleberger. Schon vom Hotel, in das sie das Sozialamt von St. Petersburg eingeladen hatte, waren sie überwältigt. Auch die Anreise im Flugzeug hatten sie nicht selbst bezahlen müssen. Sie war finanziert worden im Rahmen eines Kooperationsprogramms von Europäischer Union und Russland zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen.

Beim Integrationsfestival für Menschen mit und ohne Behinderung - eingebettet in das Stadtfest von St. Petersburg unter dem Motto „Stadt der gleichen Möglichkeiten” - hatten sie dann mit ihrer Gemeinschaftsband unter dem Namen „Rur-Rock - Wir zusammen” den letzten Auftritt. Mit 40 Minuten Musik im Oktjabrskj-Konzertsaal setzten sie nach einer großen Show mit Artistik, Ballett und Tanz den Schlusspunkt in einem großen Musikprogramm, an dem sich auch der russische Popstar Vyacheslav Butusov mit der Band U-Piter beteiligte.

„Mehr als 2000 Sankt Petersburger sangen mit und belohnten die Musiker mit riesigem Jubel bei den letzten Klängen des populären, sogenannten Leningrad-Liedes”, erzählte Schleberger nach der Rückkehr. „Ein weiterer überaus denkwürdiger und bewegender Tag in der Erfolgsgeschichte der Schülerband mit ihrer segensreichen Projektarbeit und der Partnerschaft zwischen der Rurtal-Schule und dem Heilpädagogischen Zentrum Pskow.”

Mit dabei waren auch Schüler, Eltern und Mitarbeiter des HPZ, die eigens aus dem 300 Kilometer entfernten Pskow angereist waren und damit eine sechsstündige Busfahrt in Kauf genommen hatten, um die Band in St. Petersburg auf der Bühne zu erleben.

Einen Tag später waren die Oberbrucher noch in Pawlowsk, 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt, in einer Sommerresidenz der Zaren zu Gast. „Die Rur-Rocker durften sich hier open air mit einem fast einstündigen Auftritt mit handgemachter Musik so richtig austoben”, freute sich Schleberger über den gelungenen Ausklang einer Reise, die den „Rur-Rockern” und ihren Begleitern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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