Kreis Heinsberg - Runder Tisch gegen häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch

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Der Runde Tisch tagte im Heinsberger Kreishaus: Franz Heinrichs (r.), Sprecher des Arbeitskreises gegen Häusliche Gewalt und Sexuellen Missbrauch, begrüßte auch Landrat Stephan Pusch. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Auch beim dritten Jahrestreffen konnte Franz Heinrichs als Sprecher des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch rund 60 Teilnehmer, unter anderem aus Schulen, Jugendämtern oder Beratungseinrichtungen, zum Runden Tisch im großen Sitzungssaal des Heinsberger Kreishauses willkommen heißen.

Die Sitzordnung gefalle ihm, betonte Landrat Stephan Pusch mit Blick auf die in einer großen Runde angeordneten Tische. „Die würde ich auch gerne für den Kreistag übernehmen”, sah er darin Vorteile für die Diskussionskultur in der Politik. Dann ließ er die Geschichte des Runden Tisches noch einmal Revue passieren.

Bei einer Fachkonferenz des Arbeitskreises sei 2007 die Entscheidung gefallen, einen Runden Tisch zu gründen. Hintergrund sei die Erkenntnis gewesen, dass Opfern nur dann geholfen werden könne, wenn die Ansprechpartner und die Möglichkeiten dazu vor Ort bekannt seien. Darüber hinaus seien Beratung und Hilfe in diesem Bereich sehr vielgestaltig. Um jedem Opfer individuell beistehen zu können, müsse die Vernetzung aktiv sein. Kontakte müssten hergestellt und gepflegt werden. „Ich stehe ausdrücklich hinter dieser für den Kreis Heinsberg wichtigen Einrichtung”, erklärte er.

Im März 2008 hatte sich der Runde Tisch konstituiert; damals stellte jeder Teilnehmer seine Kompetenz vor. 2009 prägte ein Fachvortrag zum Thema „Sexueller Missbrauch und Kindesmisshandlung” das Programm. „Häusliche Gewalt und ihre Auswirkungen, auch auf die beteiligten Kinder” - so war das aktuelle Treffen überschrieben.

Dabei sollte ganz bewusst der Austausch untereinander im Mittelpunkt stehen, wie Heinrichs erläuterte. Zunächst erläuterte er entsprechende Statistiken unterschiedlicher Einrichtungen. In einigen davon gab es auffällige Steigerungen, so etwa im Jugendamt der Stadt Heinsberg. 2007 standen dort 29 Fälle von Kindeswohlgefährdung zu Buche. 2008 waren es 48. 2009 belief sich die Zahl auf 83. Dies würde nicht bedeuten, dass sich die Problematik an sich verstärkt habe, betonte Heinrichs.

„Offensichtlich nimmt die Sensibilität zu. Das ist etwas, das wir wollen!” Damit erklärte er auch die Kriminalstatistik der Sexualdelikte im Kreisgebiet. Während die Gesamtzahl der Sexualdelikte rückläufig sei, zeige sich das Anzeigenaufkommen bei Missbrauch an Kindern deutlich erhöht.

„Auch das ist auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen”, so Heinrichs. Wenn ein Thema intensiv in den Medien zu finden sei, werde auch eher Anzeige erstattet.

Abgerundet wurde das Programm mit dem Schulungsfilm „Einsatz Häusliche Gewalt” für Polizeibeamte und durch einen Austausch im Plenum. Dabei stellte Heinrichs fünf unterschiedliche Fallkonstellationen vor, zu denen dann die Frage „Wer kann wie helfen?” diskutiert wurde.
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