Heinsberg - Rückgang bei Flugreisen: Reisebüros der Region beschreiben Situation

Rückgang bei Flugreisen: Reisebüros der Region beschreiben Situation

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Abgehobene Stimmung herrscht derzeit nicht bei den deutschen Fluggesellschaften. Aufgrund des drastischen Passagierrückgangs hat auch Air Berlin schon Flugtage aus dem Programm gestrichen. Foto: ddp

Heinsberg. Die Zahl der Passagiere an deutschen Flughäfen befindet sich im Sinkflug. In den ersten drei Monaten des Jahres bestiegen insgesamt 18,7 Millionen Fluggäste eine Maschine. Das waren 1,9 Millionen weniger als im Vorjahresquartal.

Laut Statistischem Bundesamt bedeutet dies mit einem Minus von 9,3 Prozent den höchsten Rückgang innerhalb der letzten 15 Jahre.

Sylvia Daniels vom Reisebüro Holidayland in Heinsberg überraschen die Zahlen nicht. Sie sieht den Hauptgrund in der rückläufigen Zahl der Geschäftsreisen. „Den Firmen geht es nicht so gut”, sagt sie, „aber wir in Heinsberg sind davon noch nicht betroffen.”

Daniels bietet in ihrem Unternehmen einen speziellen Firmendienst an und kennt daher die Entwicklungen in diesem Bereich recht gut. Sie betreut mit ihrem Team die Firmen nicht nur im Hinblick auf die Planung von Dienstreisen, sondern organisiert überdies Tagungen und das entsprechende Rahmenprogramm.

Regional sehr unterschiedlich

„Die Tagungen werden heute vielfach via Computer per Video-Konferenz durchgeführt”, erläutert die Reiseexpertin. Immer weniger Tagungen würden aus Kostengründen an einem zentralen Ort abgehalten. Und außerdem: „Früher flog zu den Tagungsorten jeder Business-Class. Heute machen das nur noch die Vorstände. Der Rest fliegt Touristen-Klasse.”

Einen Rückgang bei den Urlaubsflügen kann die Unternehmerin im eigenen Reisebüro allerdings nicht ausmachen. „Das ist regional auch sehr unterschiedlich. Im Stuttgarter Raum und im Ruhrgebiet läuft es derzeit zum Beispiel schlecht.” Grundsätzlich seien die Kunden jedoch preisbewusster. Das in Politik und Wirtschaft immer wieder thematisierte Wegbrechen des Mittelstands, hat bei den Buchungen im Reisebüro längst seine Spuren hinterlassen. „Hochpreisige und niedrigpreisige Reisen gehen gut”, meint Daniels, „aber dazwischen fehlts.”

Das Heinsberger Reisebüro Spielkamp bewegt sich laut Lara Lenzen momentan sogar gegen den Trend: „Unsere Flugbuchungen haben im Vergleich zum letzten Jahr zugenommen.” Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass die Angebote für Pauschalreisen preislich zum Teil drastisch reduziert wurden. Grundsätzlich sei es aber schon so, dass insgesamt auch die Zahl der Urlaubsflüge abgenommen habe. „Air Berlin und Tuifly haben deshalb Flugtage komplett aus dem Programm genommen.”

Als Beispiel nennt Lenzen hier die Reiseziele Türkei und Teneriffa. „Das ist den Fluggesellschaften lieber, als am Ende nur mit einer 20- oder 30-prozentigen Auslastung zu fliegen.” Früher habe man gerade im ersten Quartal des Jahres durch die Buchungen des Sommerurlaubs „keine ruhige Minute gehabt”. Doch das sei jetzt anders. Viele Bürger seien in Zeiten wirtschaftliches Unabwägbarkeiten bei ihren Planungen etwas zurückhaltender geworden und hofften auf Last-Minute-Angebote.

Für Walter Schepers, Betreiber des Reisebüros Holiday Land in Tüddern, hat diese Zurückhaltung der Menschen bei den Buchungen nicht wirklich durchgeschlagen. „Wir sind nicht in dem Maße betroffen”, erklärt er. „Es gibt zwar Kunden, die in diesem Jahr nicht in Urlaub fliegen, aber wir kompensieren das mit Neukunden.” Er habe seinen Wirkungskreis vergrößern können. Sein Fazit: „Beim Urlaub investieren die Leute immer noch. Wer letztes Jahr ein Vier-Sterne-Hotel gebucht hat, nimmt in diesem kein Zwei-Sterne-Hotel.”
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