Rückfall ins Mittelalter: „Fresst und sauft, soviel ihr könnt!”

Von: Petra Wolters
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Auch mit Speisen wie im Mittelalter konnten die Besucher des Spectaculums an zahlreichen Ständen ihren Gaumen kitzeln. Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Auf einer vergrößerten Fläche mit mehr Ständen und mit einem weiter ausgebauten Künstlerprogramm präsentierte sich am Wochenende zum dritten Mal für zwei Tage das „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum” in Wassenberg, dieses Jahr als „Eroberungstour 2010”.

Der Rahmen dafür war der vom Gewerbeverein veranstaltete Kapuzinermarkt, an dem sich auch die St.-Georgius-Bruderschaft mit ihrer bekannten Kapuzinerklause im Hause Heidemanns beteiligte.

Zudem lockte ein verkaufsoffener Sonntag in die Innenstadt. Mehr als 100 Stände von Händlern, Handwerkern und Darstellern luden zu einem weiter ausgedehnten Rundgang auf einem Gelände ein, das sich vom Fuß des Burgbergs bis hinunter zum Gondelweiher hinzog. Hier stand in diesem Jahr die „Traumspektakelbühne” als Hauptbühne der Veranstaltung.

Wer sich von einem der oberen Eingänge dorthin auf den Weg machte, musste feststellen, dass sich der Aufbau im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Veranstaltungen verändert hatte. Man habe sich bewusst zu einer sehr gemischten Anordnung entschieden, um die Besucher zu großzügigen Rundgängen zu animieren, erklärte Pressesprecher Edwin Ball zum neuen Konzept. „So ist der Überraschungseffekt größer, und unsere Gäste finden an jeder Ecke ein neues Motiv.”

Dass dieses Konzept aufgehen sollte, zeigte sich schon am Samstagmittag, als sich vor Öffnung des Geländes Schlangen vor den Kassen bildeten. Zur offiziellen Eröffnung auf der Hauptbühne waren Bürgermeister Manfred Winkens und Gewerbevereins-Geschäftsführer Leonhard Schröder gekommen.

Nach seinem feierlichen Einzug mit Fanfare, Dudelsäcken und Trommeln eröffnete Ball in seiner Rolle als Vogt Eduard von Sonnenberg das Festival. Zuvor hatte er den Gästen vor der Bühne das Programm im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft gemacht, ließ er doch die Anbieter von Speisen und Getränken vor der Bühne aufmarschieren und die Gäste in den ersten Reihen von allem kosten, was den „Magen zu füllen und den Lukull zu kitzeln” vermochte. Erstmals im Angebot waren da etwa Hanffladen oder Baumstriezel.

„Wir sind größer geworden”, betonte der Vogt, „schöner will ich nicht sagen, denn auch in den vergangenen Jahren waren wir schon schön.” Das Spectaculum sei eine „ganz tolle Werbung für die Stadt”, betonte Winkens. „Fresst und sauft, so viel ihr könnt!”, rief er dem Publikum zu. Der Dank von Schröder ging vor allem an die Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Baubetrieb für ihr Engagement in puncto Organisation und Aufbau des Marktes.

Neben Gauklern, Jongleuren, Feuerkünstler, Zauberern oder den bereits bekannten Fechtern der aus Tschechien angereisten Gruppe „Fictum” bereicherten zahlreiche Musikgruppen das Programm. Deren Liste umfasste große Namen der Mittelalterszene wie Saltatio Mortis, Rapalje, Schelmish, Die Streuner, Duivelspack und Capud Draconis. Auf den fünf Bühnen und im Gelände seien so rund 100 Auftritte pro Tag zusammengekommen, freute sich Ball. Seinen Höhepunkt fand das Programm des ersten Tages in einem großen Pestumzug und in gleich drei Nachtkonzerten.

Auch die Kinder kamen nicht zu kurz. Marionetten- und Puppentheater waren für sie da, ebenso der Narr Dreyfusz oder das Kinderritterturnier. Am Stand der Fechter konnten sich auch die ganz kleinen Besucher schon im Armbrustschießen versuchen. „Beeindruckend, sehr authentisch”, beschrieb Marc Wahnemühl aus Erkelenz seine Eindrücke, als er sich mit Sohn Finn (3) an der Armbrust versuchte. Den kleinen Damian (2) zog es direkt zu den Fechtern. In seiner eigenen kleinen Rüstung war er mit seiner Mutter und Oma Lisa Willems eigens aus Mönchengladbach angereist. „Toll, phantastisch!”, so ihr Kommentar zum Besuch in Wassenberg.

Für den Bürgermeister steht schon jetzt fest, dass das Spectaculum aus Wassenberg künftig nicht mehr wegzudenken sein soll. „Wir werden alles tun, um diese Veranstaltung hier zu halten”, betonte er.
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