Rüben-Anbau steht vor Änderungen

Von: Johannes Bindels
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Die Referenten des Rheinischen Rübenbauer-Verbands und von Pfeifer & Langen, Werk Jülich, beim Rübentag 2017 in der Stadthalle Heinsberg: (v.l.) Karl-Adolf Kremers, Heinz Leipertz, Peter Kasten, Andreas Gehlen, Bernhard Conzen, Christian Hoffmann (Landwirtschaftskammer-Kreisstelle HS/Viersen) und Josef Schmitz. Foto: Johannes Bindels
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18 Prozent Zuckergehalt im langjährigen Mittel: Unsere heimischen Zuckerrüben sind von hervorragender Qualität. Foto: Stefan Klassen
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Interessante und informative Referentenbeiträge gab es beim Rübentag in der Stadthalle Heinsberg. Foto: Johannes Bindels

Kreis Heinsberg. Interessante Fachbeiträge wurden den Gästen beim diesjährigen Rübentag in der Stadthalle in Heinsberg geboten. Eingeladen hatte die Kooperation aus dem Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Heinsberg, dem Rheinischen Rübenbauer-Verband e.V. und dem Unternehmen Pfeifer & Langen GmbH & Co.KG, Werk Jülich.

Die Moderation übernahm Josef Schmitz, Geschäftsführer vom Verein landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Heinsberg. Mit dem Beginn des Jahres 2017 sind die bisherigen Anbauquoten entfallen. Erstmals werden die Zuckerrübenanbauer und die Verarbeitungsindustrie sich dem freien Wettbewerb stellen müssen. Wie diese Herausforderungen zu meistern sein werden, war Gegenstand der Berichterstattung in den Redebeiträgen.

Kreisbauernchef Bernhard Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbands, nahm Stellung zu den politischen Rahmenbedingungen und zu seiner Interessensvertretungsarbeit. Exemplarisch nannte er die Notwendigkeit, im Dialog mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die Sichtweise der Landwirte im Rahmen der geplanten Agrarwende und deren Umweltvorgaben einzubringen.

Ziel des Ministeriums sei, dass die Agrarfördermittel aus Brüssel umweltgerechter verteilt werden. Die Landwirte müssten somit wissen, dass öffentliche Gelder nur noch für öffentliche Leistungen zu erhalten seien, die im Sinne des Ministeriums für den Natur- und Landschaftsschutz von Seiten der Landwirtschaft zu erbringen seien.

Gut positioniert

Dr. Peter Kasten, Geschäftsführer des Rheinischen Rübenbauer-Verbands, vermittelte den Gästen des Rübentags einen Ausblick auf den Zuckermarkt im Jahr 2017. Er sehe das Rheinland als Zuckerrübenanbaugebiet auch im freien Wettbewerb gut positioniert. Beim bereinigten Zuckerertrag erziele das Rheinland mit 12 Tonnen pro Hektar Anbaufläche vergleichbare Erträge wie die Anbauer in Frankreich und Spanien.

Lediglich Belgien, die Niederlande und Großbritannien würden höhere Erträge erzielen, machte Kasten anhand der projizierten Grafik deutlich. Auch mit den Rübenerträgen von 72 Tonnen pro Hektar bei einem Zuckergehalt von 18 Prozent liege das Rheinland über dem langjährigen Mittel. Gut für Anbauer und Industrie sei der Weltzuckerpreis an den Börsen von rund 500 Euro pro Tonne Weißzucker.

Abhängig vom Zuckererlös

Dr. Kasten verdeutlichte noch einmal die zehn wesentlichen Veränderungen des neuen Zuckerrübenlieferungsvertrages mit Pfeifer & Langen, Werk Jülich. Anstelle des Zuckerrübenmindestpreises werde der Rübenpreis ab 2017 in Abhängigkeit vom Zuckererlös des Unternehmens ermittelt. Ebenso gehöre nun der verlängerte Eigentumsvorbehalt an den gelieferten Rüben zur allgemeinen Branchenvereinbarung. Zudem entfielen die Kosten für das Laden und Reinigen für die Mitglieder des Rheinischen Rübenbauer-Verbands, benannte er weitere Inhalte.

Ergänzend stellte Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft im Rheinland von Pfeifer & Langen, aus der Sicht des Unternehmens die Planungen für das Jahr 2017 vor. Ziele des Unternehmens seien, den Zuckerbedarf aus der Rübe zu decken und die Sicherung nachhaltiger Rübenlieferung zu vereinbaren.

Dazu habe Pfeifer & Langen das Portal Landwirtschaftlicher Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) übernommen. Der gesamte Informationsaustausch mit jedem Anbauer werde individualisiert über dieses Portal laufen. Zudem werde jedem Anbauer ein persönlicher Berater des Unternehmens zugeordnet, der den Anbauer von der Bodenbearbeitung über die Saat bis zur Ernte und der Belieferung begleite.

„Es gilt, die Effizienz entlang der Wertschöpfungskette zu steigern und die Rentabilität für Anbauer und Pfeifer & Langen sicherzustellen“, war Leipertz‘ Botschaft an die Versammlung. Für das Jahr 2017 werde eine Kampagnenlänge von durchschnittlich 110 bis 115 Tagen avisiert, die als Lieferverarbeitungsmenge vier Millionen Tonnen Rüben vorsehe.

Andreas Gehlen vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) im Werk Jülich ließ in seinem Referat die letztjährige Kampagne 2016 Revue passieren und gab als Anbauberater Hinweise, wie die Erträge gesteigert und gesichert werden könnten. In den Beiträgen von Karl-Adolf Kremers (Anbauberater Pfeifer & Langen) und von Ewald Adams von der Landwirtschaftskammer NRW, Dienststelle Düren, standen Themen zur Wirtschaftlichkeit der Ackerbaubetriebe im Mittelpunkt.

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