Erkelenz - Ronald Brautigam beeindruckt mit feinfühliger Beethoven-Interpretation

Ronald Brautigam beeindruckt mit feinfühliger Beethoven-Interpretation

Von: hewi
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Ronald Brautigam beim Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Für das erste ­Meisterkonzert in der Spielzeit 2017/2018 hatte die Anton-Heinen-Volkshochschule den Pianisten Ronald Brautigam verpflichten können. Der Niederländer wurde in seinem Heimatland mit dem „Nederlandse Muziekprijs“ ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung für Musiker in den Niederlanden.

Er ist aber weit über seine Heimat hinaus bekannt, vor allem für seine Interpretationen klassischer Klavierkompositionen am Hammerklavier, das musikalische Größen wie Beethoven und Haydn auch selbst benutzten. In seinem Programm „Wie um 1800“ stellte er Werke von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Johann Wilhelm Wilms auf einem der seltenen Instrumente vor.

Das Klavier war für das Konzert in der Erkelenzer Stadthalle eigens aus dem niederländischen Enschede angeliefert worden. Vor dem Konzert und in der Pause wurde es von Edwin Beunk neu gestimmt, da Hammerklaviere sensibel auf Temperaturschwankungen reagieren. Der Klang eines Hammerklaviers ist feiner und weniger voluminös als bei modernen Instrumenten. Dementsprechend können die kompositorischen Feinheiten besser herausgearbeitet werden, wodurch die Stücke näher an dem sind, was die Komponisten tatsächlich ausdrücken wollten. Brautigam gehört zu den wenigen Virtuosen am Hammerklavier.

Den Auftakt machte er mit dem Allegro, Adagio und Allegro Molto aus Haydns Sonate Nr. 60 C-Dur, einem Spätwerk des Komponisten. Durch den fast schon intimen Klang des Hammerklaviers bekam die Komposition für die Hörer eine persönlichere Note, die ein neues Licht auf das Werk warf. So erging es den Hörern auch mit Beethovens Variationen für Klavier über den russischen Tanz aus Wranitzkys Ballett „Das Waldmädchen“, das Brautigam in einer ungewohnten Leichtigkeit präsentierte. Es folgte Haydns Sonate Nr. 62. Sie gilt als bedeutendste Klaviersonate des Komponisten aus dem Jahr 1798.

Nach einer Pause ging es mit ­Johann Wilhelm Wilms weiter, einem Komponisten, der dem breiten Publikum nicht so bekannt ist. Brautigam hatte die Ariette „Einmal in meinem achten Jahr“ ausgewählt, bei der er wieder die Vorzüge des Hammerklaviers nutzen konnte, um emotionale Bögen zu spannen und in Töne zu fassen. Weiter ging es wieder mit Beethoven und dessen „Andante favori“. Einem breiteren Publikum ist das Stück aus der BBC-Verfilmung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ bekannt.

Ronald Brautigam hat im Laufe seiner Karriere mit namhaften Orchestern und Dirigenten zusammengearbeitet. Als Solist auf der Bühne überzeugte er das Publikum restlos. Ihm gelang es, das Gefühl der Zeit, aus der die Kompositionen stammten, dem Publikum an diesem Abend nahezubringen. Nach begeistertem Beifall gab es noch „Für Elise“ als Zugabe, wieder aus der Feder Beethovens und wieder ganz anders, als man es kannte.

Ingo Rümke, Fachbereichsleiter der Volkshochschule, zeigte sich im Anschluss an das Konzert mehr als zufrieden. „Mit Ronald Brautigam konnten wir dem Publikum einen Interpreten präsentieren, der in der Lage ist, den Geist der Kompositionen nah am Original zu vermitteln“, erklärte er. „Ich persönlich habe Beethoven noch nie so fein gehört.“ Die erfreuliche Zahl von 312 Abonnenten zeige, dass die Meisterkonzerte der VHS vom Publikum angenommen würden. Das zweite Konzert dieser Spielzeit am 13. November in der Erkelenzer Stadthalle wird ganz im Zeichen der Chormusik stehen. Mitwirkende sind der Cornelius-Burgh-Chor, der Kirchen- und Projektchor St. Helena, Camerata Gladbach sowie Solisten.

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