Rohstoff Bildung? Hückelhoven streicht „Kohle”

Von: Norbert F. Schuldei
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Hückelhoven. Das hat sich inzwischen auch bis in den letzten Winkel der Republik herumgesprochen - und deshalb steht es selbst bei den Politikern in den kommunalen Parlamenten ganz oben auf der Agenda.

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, deshalb ist Bildung unser wichtigster Rohstoff. Gerade in Hückelhoven, das sich vor noch nicht allzu langer Zeit vom Energieträger Kohle verabschieden musste, hat man parteiübergreifend in den vergangenen Jahren in die Bildung, also in die Schulen im Stadtgebiet, viel „Kohle” investiert - sowohl baulich als auch was die Ausstattung angeht. Aber wie in fast allen Kommunen wird jetzt auch in der ehemaligen Zechenstadt gespart. Koste es, was es wolle.

Am Gymnasium Hückelhoven beispielsweise wurde ein auf vier Jahre angelegtes Medienkonzept ausgearbeitet. Erklärtes Ziel dieses über die vorgegebenen Richtlinien hinausgehende Projekt ist es, die Schüler mit den modernen Medien so vertraut zu machen, dass sie wie selbstverständlich damit umgehen können.

Eine wesentliche Voraussetzung, will man im Berufsleben nicht auf der Strecke bleiben. Pro Jahr wurden also 2008 und 2009 jeweils 30000 Euro aus dem rund 77,6-Millionen-Haushalt der Stadt locker gemacht, um Laptops und Smartboards und neue PC-Programme anzuschaffen und den Schülern so geeignetes mediales Rüstzeug zur Verfügung zu stellen.

Damit ist jetzt Schluss. „Ein Sachbearbeiter des Schulamtes hat uns darüber informiert, dass die 30000 Euro für das Medienprojekt in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen”, sagt Schulleiter Walter Woltery.

Die Computer seien inzwischen so alt, dass sie für neue Programme völlig ungeeignet seien. Außerdem sei für dieses Jahr die Anschaffung eines neuen Smartboard fest eingeplant gewesen - daraus wird jetzt nichts. „So kann man mit Schule und Bildung nicht umgehen”, sagt Woltery.

Im doppelten Sinne verantwortlich für die Streichung der Mittel ist Helmut Holländer: „Mit den 30000 Euro für das Medienkonzept des Gymnasiums hätten wir unserer Kreditrahmen von sechs Millionen Euro weiter ausgedehnt. Das wollten wir nicht”, sagt der Kämmerer und Schuldezernent in Personalunion.

Im Übrigen sei das Gymnasium „gut ausgestattet”. Und: Der Rotstift sei bei allen Schulen angesetzt worden. Allerdings: Nur am Gymnasium gibt es ein Medienkonzept. „Es gibt immer Kritik, wenn man Mittel streicht”, sagt Holländer. Und er fügt hinzu: „Damit muss ich als Kämmerer leben.”
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