„Rock the church”: Ideale finden Platz auf Schuhkartons

Von: anna
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Mit symbolischen Steinen aus S
Mit symbolischen Steinen aus Schuhkartons, auf denen sie ihre Ideen für die Kirche der Zukunft aufgeschrieben hatten, bauten die Besucher von „Sundayte” eine neue Mauer. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. „A Groovy Celebration!” hieß es anlässlich bistumsweiten Jugendsonntags in Aachen. 500 Jugendliche aus 22 Chören des Bistums feierten dabei mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff eine Popmesse. „Rock the church” lautete das Motto derweil in Unterbruch in der Generationenkirche „Sundayte” für die Jugendlichen der Region.

Unterstützt wurde die mittlerweile traditionelle Begegnungsmöglichkeit für Jugendliche in der Unterbrucher Pfarrkirche an jedem ersten Sonntag im Monat dieses Mal vom Büro der Jugendbeauftragten in der Region.

Möglich wurde dadurch im Anschluss an den gemeinsamen Gottesdienst ein kleiner gemeinsamer Imbiss. Vorbereitet hatten diesen die Frauen, die sich ansonsten beim Heinsberger Mittagstisch engagieren. Die Livemusiker von Sundayte hatten Unterstützung durch Bernhard Kozikowski, Pastoralreferent und Schulseelsorger im bischöflichen Gymnasium St. Ursula in Geilenkirchen.

Gehofft hatte Jugendbeauftragte Ingrid Beiten aufgrund des besonderen Engagements auf mehr Besucher, aber es war wohl vor allem das schlechte Wetter, das den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung machte. Auch dieses Mal blieb es so bei rund 20 Besuchern, von denen knapp die Hälfte Jugendliche waren. Denen, die gekommen waren, gefiel der Gottesdienst, bei dem gerade aktives Mittun gefragt ist.

Da gilt es zum Beispiel, zu Beginn des Gottesdienstes eine gemeinsame Mitte zu gestalten mit Tüchern, Kerzen und weiteren Accessoires. Und da gibt es die gemeinsamen Aktivitäten nach dem Evangelium.

Frieda Kries las aus dem Markus-evangelium an der Stelle, wo Jesus in den Tempel ging und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel heraus zu treiben.

Judith Kriens und Kristina Louis, die beiden Moderatorinnen des Gottesdienstes, nahmen die Besucher mit in ihre Gedanken zum Evangelium: „Rock the church, mal richtig was los machen. Das hat Jesus auch getan. Dem hat es gar nicht gefallen, was die Menschen im Tempel für Geschäfte betrieben haben.”

Heute würden iele Menschen gerne etwas ändern. „Wie müsste denn diese Kirche aussehen, die Jesus und mir gefällt?”, lautete die Frage, deren Antwort jeder Besucher von „Sundayte” selbst auf einen Schuhkarton schreiben konnte.

Jeder Karton war ein symbolischer Stein in einer Mauer, die während des Evangeliums eingestürzt war und jetzt gemeinsam wieder aufgebaut wurde. Begriffe wie Zusammenhalt, Verständnis und Vertrauen waren darauf anschließend zu lesen, aber auch Forderungen nach mehr Ökumene, moderner Musik, Mitmachkirche, oder mehr noch „kein Zölibat”, „Frauen in die Kirche” oder gar „Priesterinnen”.

Mitmachen hieß es auch bei den anschließenden freien Fürbitten. „Lieber Gott, gib denen, die das hier angefangen haben, Kraft, Mut und Ausdauer weiterzumachen, bis es reiche Früchte trägt”, betete eine erwachsene Teilnehmerin für die Initatoren von Sundayte und all diejenigen, die sich hier engagieren.

Der Heinsberger Propst Markus Bruns gab sich da nach dem Gottesdienst ganz zuversichtlich. Während die Zahlen bei den „Sundaytes” für die Jugendlichen am ersten Sonntag des Monats noch nicht so hoch seien, kämen zu der Begegnung für Erwachsene an jedem dritten Sonntag im Monat mittlerweile immer zwischen 60 und 80 Besuchern, sagte er. „Das braucht einfach einen langen Atem. Ich bin nach wie vor zuversichtlich.”
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