Waldfeucht - „Rock am Raum“: Sechs Stunden Musik vom Allerfeinsten

„Rock am Raum“: Sechs Stunden Musik vom Allerfeinsten

Von: Stefan Reiners
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Famoses Konzert: Die Gruppe The Scientists spielt Coldplay-Hits und begeistert das Publikum bei Rock am Raum vollends. Fotos (2): Stefan Reiners Foto: Stefan Reiners
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Die Gruppe MoDo hat in Waldfeucht ihren ersten Auftritt – und der kommt beim Publikum sehr gut an. Foto: Stefan Reiners

Waldfeucht. Sechs Stunden wurde gerockt, was das Zeug hält. Beim Konzert-Event „Rock am Raum“ kamen die rund 200 Besucher auch in diesem Jahr wieder voll und ganz auf ihre Kosten. Eine Mischung aus lokalen Bands sowie bekannten Cover- und Tributebands heizte den Musikfans so richtig ein. Bei diesem Programm war gute Unterhaltung garantiert.

Bereits seit einigen Jahren gibt es das Konzert-Event „Rock am Raum“ in Waldfeucht. Startete dieses zunächst mit den Auftritten von lokalen Bands, die ihre Songtexte selbst schrieben, so ging man mit der Zeit langsam dazu über, eine Art Tanzveranstaltung mit DJ‘s daraus zu machen. Im vergangenen Jahr fand ein erneutes Umdenken statt, und so wurde auch nun wieder ein großangelegtes Konzert daraus, mit einer gelungenen Mischung aus Lokal- und Cover- beziehungsweise Tributebands.

Die Hauptgruppen waren Green Day und Coldplay, wenn auch selbstverständlich nicht in Persona, dafür jedoch keineswegs schlechter. Erst einmal gab man jedoch der Jugend eine Chance. Mit MoDo stand eine vierköpfige Formation auf der großangelegten Bühne im Bürgertreff, die tatsächlich ihren ersten großen Auftritt hatte. Das mochte man gar nicht so recht glauben, wenn man den Auftritt sah.

Mit Gitarrist Andy Gaube (bekannt von der hiesigen Metalband Cyrcus) und Sängerin Jenny Jansen, die seit 16 Jahren in wechselnden, auch überregionalen Projekten auf der Bühne steht, haben Bassist Christoph Denski und Drummer Ronnie Jansen erfahrene Recken zur Seite, die die Texte aus Jenny Jansens Feder in handfeste, zweistimmige Rockmusik verpacken und auf der Bühne richtig Leben verbreiten. Da ist Bewegung drin, das macht Spaß beim Zusehen und -hören. Für Anhänger dieser Musikrichtung unbedingt zu empfehlen.

Es folgte die Coverband Stage Dogs, auf deren Fahne ebenfalls Rockmusik stand, allerdings gecoverte. Sie spielten Hits von Volbeat, Spin Doctors, Blink 182 oder Wheatus. Insbesondere Drummer Kevin Less konnte dabei imposante Akzente setzen. Damit der letzte Funke nicht nur auf die eigenen Fans überspringt, die ihre Helden ordentlich abfeierten, fehlt vielleicht noch ein gerütteltes Maß Performance und eine (männliche) Stimme an der Seite von Sängerin Jana Rehse, um der wirklich gut gespielten Rockmusik das nötige Maß an Präsenz zu geben.

Nach erstaunlich kurzer Umbaupause stürmte Bullet in a Bible die Bühne. Diese vier Jungs aus den Niederlanden haben sich alleine der Musik einer einzigen Band verschrieben – was auch den Unterschied zwischen Tribute und Cover ausmacht – in diesem Falle Green Day. Deren „American Idiot“ ging als Opener mächtig nach vorne. Überhaupt brannten alle Mitglieder um Frontmann Sander Bosch von der ersten bis zur letzten Sekunde ein professionelles Feuerwerk ab.

Der Aufforderung doch „ganz bis nach vorne“ an den Bühnenrand zu kommen, kamen leider die Wenigsten der mehr als 200 Zuschauer nach, so dass eine vom Musiker eher ungeliebte Distanz zwischen Band und Auditorium unvermeidlich war. Die von eindrucksvollen Lichteffekten äußerst gekonnt unterstützte Show war allerdings vom Feinsten und nach einem kurzen irritierenden Moment, als so Mancher (fälschlich) dachte, der Auftritt sei schon zu Ende, hatten Bullets in a Bible die Fans ganz gepackt und rockten das Haus nach allen Regeln der Kunst. Bis zum Schlussstück, bei dem sich Sander Bosch ganz alleine zur akustischen Gitarre präsentieren und gebührend feiern lassen konnte.

Im Anschluss führte eine diesmal längere Umbauphase dazu, dass The Scientists erst um halb eins ihre Coldplay-Tribute-Show beginnen konnten. Nicht jeder Gast hatte jedoch so lange ausgehalten. Aber das Warten hatte sich gelohnt. Die ebenfalls aus den Niederlanden stammende Formation um Sänger und Frontmann Friso Clerx bot eine vom Original gewohnt pompöse „Ohrenorgie“ mit vielen Effekten, ordentlich Hall und Echo und einem dichten Klangteppich, der allerdings – trotz hoher Fertigkeiten der einzelnen Musiker an ihren Instrumenten – ganz unverhohlen nicht ausschließlich live war.

Mit nur vier Leuten ist dieser komplexe Sound sonst wohl auch nicht zu schaffen. Friso Clerx wechselte laufend zwischen Keyboard und Akustikgitarre oder auch ganz ohne Instrument und tanzte leichten Fußes über die Bühne. Eine perfekte Show mit allen bekannten Hits wie „Viva la vida“, „Paradise“, oder „Sky full of Love“. The Scientists holten die Fans von der Theke bis ganz nach vorne. Nun wurde auch lautstark mitgesungen und getanzt.

Ein rundum gelungenes, sauber organisiertes Sechs-Stunden-Konzert, das ein paar Zuschauer mehr verdient und auch locker bewältigt hätte. Für das kommende Jahr kann man sich diese Veranstaltung ruhig vormerken.

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