Ritter, Handwerker und Wikinger auf dem Burgberg

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Gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Dieder (r.) hatte Marktmeister Frank Petzing den Markt offiziell eröffnet. Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Wer am Wochenende den Heinsberger Burgberg über die 80 Stufen von der evangelischen Kirche aus erklomm oder ihn vom Museum aus über die mit Tannen geschmückte Brücke „eroberte”, der wurde reichlich belohnt: Ritter, Handwerker und Wikinger schienen die Zeit angehalten zu haben und versetzten ihre Besucher zurück in eine Welt, wie sie vor vielen hundert Jahren einmal gewesen sein muss.

Ritter Konrad, der aus Oberzissen im Brohltal angereist war, hatte dabei nicht nur seine umfassende Waffensammlung mitgebracht, sondern erzählte den Kindern auch gerne aus seinem Leben im Mittelalter, als es sieben Monate im Jahr ziemlich dunkel war, da es keine elektrischen Glühbirnen gab, sondern nur Licht von Fackeln und aus dem Kamin.

Mit der Wikingergruppe „Innvidförla” gehörten zum zweiten Mal auch Heinsberger zu den Teilnehmern. Vor drei Jahren habe sich die Gruppe gegründet, so Ren Dieken, der einen Schmuckhersteller aus Südschweden darstellte. Damals sei er noch als Besucher auf dem ersten mittelalterlichen Weihnachtsmarkt gewesen und habe sich dann beim Organisator „Kramer, Zunft und Kurzweyl” beworben.

Neben Brettchenweber, Laternenbauer, Schmied, Buchdrucker, Glasbläser und Schmuckschmied waren erstmals in Heinsberg auch ein Drechsler und mit Felix Schmidt aus Schönholz in Brandenburg sogar ein Puppenmacher dabei, der aus Holzkugeln mit seiner Schnitzerei eindrucksvolle Gesichter „zauberte”.

In den Abendstunden leisteten Öllampen, Kerzen und viele offene Feuerstellen auf dem Platz ihren stimmungsvollen Beitrag. Für Verpflegung war dabei bestens gesorgt. Auch außergewöhnliche Spezialitäten waren im Angebot, zum Beispiel Mutzbraten. Schweinenacken wird dabei trocken eingelegt mit Majoran, Thymian, Pfeffer und Salz und anschließend drei Stunden über Birke und Buche geräuchert. Dann konnten ihn die Marktbesucher mit Sauerkraut und Brot genießen.

Dass die Händler ihre Euros „Taler” nannten, schreckte die Besucher nicht. Eher spielten sie das Spiel mit. „Ich hätte aber gerne Goldtaler als Wechselgeld”, forderte da etwa ein Besucher schmunzelnd am Mutzbraten-Stand. Ein älterer Herr gleich daneben hielt das Geschehen mit seiner Kamera fest. „Ich bin schon zum dritten Mal hier”, erzählte der 78-Jährige. Es sei die Romantik des Marktes, die er so liebe. Er fühle sich hier „wie in alten Zeiten. Als Kind habe ich hier oben gespielt.”

Abgerundet wurde das dreitägige Programm durch Musik- und Tanzdarbietungen. Marktmeister Frank Pfetzing zog wieder ein positives Resümee. „Der Ort hier ist einfach fantastisch”, erklärte er. „Wer einmal hier in Heinsberg war, der ist begeistert.” Lob fand er vor allem für die erneut gute, unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt als Veranstalter.

Bürgermeister Wolfgang Dieder betonte, es freue ihn sehr, dass der Markt nun bereits zum dritten Mal in dieser Form auf dem Burgberg stattfinden könne. „Ich hoffe, dass daraus eine Tradition wird und wir diesen Markt noch viele Jahre veranstalten können.”
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