Wassenberg - Restaurierte Hofkirchenbibel hat ihren Platz gefunden

Restaurierte Hofkirchenbibel hat ihren Platz gefunden

Von: kkli
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Wassenberg. Die Luther-Bibel von 1668, ein schwergewichtiges, kostbares Evangelienbuch, dem man bis zu seiner fachmännischen, dank zahlreicher Spenden möglich gewordenen Restaurierung den Zahn der Zeit deutlich angesehen hatte, gehört zur sparsamen Ausstattung der Hofkirche gegenüber dem alten Rathaus der Stadt Wassenberg.

Die Hofkirchenbibel erhielt jetzt eine Plexiglas-Kassette zur Aufbewahrung und wird dort immer zu sehen sein, wenn die Hofkirche zu Gottesdiensten, Konzerten oder anderen kulturellen Veranstaltungen ihre Türen öffnet. Der frühere Presbyter Heinrich Scheffel stiftete die Kassette, die am Reformationstag von Pfarrer Dr. Titus Reinmuth vorgestellt wurde.

Im Gottesdienst erklang auch wieder die berühmte kleine Teschenmacher-Orgel, die ebenfalls zu den Kostbarkeiten der Hofkirche gehört. Pfarrer Reinmuth stellte seine Predigt im Zeichen der weltweiten Finanzkrise unter den Gedanken, dass Geld und Macht nicht alles seien, sondern das Vertrauen auf Gott und seine schützende Hand im Leben die Gewissheit gäben, nicht allein zu sein.

Die Bibel ist die dritte Auflage der 1617 erstmalig im Verlag Facheysen in Frankfurt herausgegebenen Bibel mit der hochdeutschen Übersetzung aus dem Hebräischen und Griechischen durch Martin Luther. Sie wurde für die evangelischen Gemeinden verbindlich.

Diese Bibeln wurden einst „von Stadt zu Stadt” getragen. Vielfach kamen sie aus den nahen Niederlanden an den Niederrhein. Ab 1817 förderten die Preußen auch die Verbreitung des evangelischen Schriftgutes. So ist wohl auch zu erklären, warum die Luther-Bibel 1862 durch die Gemeinde Wassenberg erworben werden konnte.

Der erste Pfarrer, der aus dieser Bibel das Evangelium in der Hofkirche verlas, war Otto Grashof, geboren 1836 in Köln. Er studierte Theologie in Bonn und war Hauslehrer bei einer deutschen Kaufmannsfamilie im englischen Manchester. Dort verlobte er sich mit seiner ersten Ehefrau Alice, die 1871 starb. Seine zweite Ehefrau stammte aus Heinsberg. Caroline Tilgenkamp war eine Tochter des Redakteurs der Volkszeitung.

Pfarrer Grashof wurde als fröhlicher, weltoffener, gebildeter und geselliger Bürger geschätzt. Er gehörte auch dem Gründungskomitee des Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereins Wassenberg 1897 an. Der Pfarrer, der 1909 starb, war sehr literaturkundig. Er soll sich lange mit der Gründung einer öffentlichen Bibliothek in Wassenberg beschäftigt haben. Auch seine Dichtkunst ist unvergessen. Mit einiger Gewißheit darf angenommen werden, dass der Kauf der Luther-Bibel auf seine Initiative zurückgegangen ist.

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