Rente mit 67 sorgt weiter für Diskussionsstoff

Von: g.s.
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Diskutierten im Geilenkirchener Hotel Jabusch über das Thema „Rente mit 67”: Norbert Spinrath, Lothar Bildhauer, Ulla Meurer und Herbert Fibus (v.l.n.r.). Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. „Rente mit 67 für alle?” war das Thema einer Podiumsdiskussion, zu der die Heinsberger SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Meurer eingeladen hatte.

Friedrich Feldmann von der DGB Region NRW Süd-West, Herbert Fibus, Vorsitzender der IGBCE-Ortsgruppe Übach-Palenberg, Lothar Bildhauer, stellvertretender DGB-Vorsitzender im Kreis Heinsberg, Georg Schneider, Wahlkampfleiter von Ulla Meurer, und SPD-Unterbezirksvorsitzender Norbert Spinrath diskutierten mit rund 40 interessierten Zuhörern im Hotel Jabusch in Geilenkirchen über das Für und Wider eines Renteneintrittsalters von 67Jahren.

„Manche Berufe kann man mit 67 nicht mehr ausüben”, machte Ulla Meurer klar und nannte beispielhaft Bauarbeiter, Dachdecker und den Bergbau. Aber auch der harte Alltag bei den Pflegeberufen fordere seinen Tribut. Dies bekam sie selbst einen Tag zuvor am eigenen Leib zu spüren, als sie im Carolus-Seniorenheim in Übach-Palenberg die Arbeit einer Pflegekraft unterstützt habe.

„Mit 67 möchte ich den Job nicht machen, weil ich mich dann selber in ein Pflegebett legen kann”, lautete das Resümee der Landtagsabgeordneten.

Lothar Bildhauer ließ wissen, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund die Rente mit 67 nicht gutheiße. Schon aus gesundheitlichen Gründen sei dies bei vielen Berufen nicht realistisch. Friedrich Feldmann merkte an: „Es hätte den Niedriglohnsektor nie geben dürfen, denn das sind die Sozialhilfeempfänger von Morgen.”

Diese Gruppe könne nicht viel in die Rentenkasse einzahlen. Wenn aber die Rentenkasse gut gefüllt wäre, bräuchte das Renteneinstiegsalter nicht angehoben werden.

„Wir müssen uns alle ankreiden lassen, dass wir unter Franz Müntefering nicht laut genug gegen die Rente mit 67 gesprochen haben”, gab SPD-Unterbezirksvorsitzender Norbert Spinrath zu bedenken.

Der letzte Parteitag der SPD im Juni 2009 habe beim Thema „Rente mit 67” zwischenzeitlich eine andere Positionierung beschlossen. „Wir bräuchten die Rente mit 67 nicht, wenn es kein Lohndumping gäbe”, so Spinrath.

Man müsse halbwegs vernünftige Mindestlöhne einführen, damit jeder mehr in die Rentenkassen einzahlen könne, so Ulla Meurer. Norbert Spinrath sprach sich dafür aus, dass auch alle Beamten und Selbstständige Pflichtbeiträge in die Rentenkassen einzahlen sollten. Dies trage zur Gesundung der Kassen bei.

Ulla Meurer gab ihm recht: „Alle müssen in die solidarischen Systeme einzahlen, das ist der Schritt in die richtige Richtung.”
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