Regionalsynode hält Fortführung von Garzweiler II für „unverantwortlich“

Von: hewi
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Bei der Regionalsynode Energie in Erkelenz: Prof. Dr. Markus Baumann, Peter Jansen, Bürgermeister von Erkelenz, Jens Sannig, Superintendent des ­Kirchenkreises Jülich, und Reiner Priggen, Landtagsabgeordneter der Grünen (von links nach rechts). Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. „Die Zukunft der Region ohne Braunkohleförderung muss jetzt beginnen“ heißt es in einem einstimmig gefassten Beschluss der Regionalsynode Energie der evangelischen Kirche, die in Erkelenz getagt hat. Braunkohle aus dem Tagebau Garzweiler sei durch die Stilllegung der Kraftwerksblöcke in Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem mittlerweile verzichtbar.

Die Fortführung von Garzweiler II sei ökologisch und sozial „unverantwortlich“. Der notwendige Strukturwandel für eine Region ohne die Braunkohleförderung müsse unmittelbar jetzt aktiv gestaltet werden.

Die evangelischen Kirchenkreise Aachen, Jülich, Gladbach-Neuss, Köln-Nord und Krefeld-Viersen treffen sich regelmäßig zu Regionalsynoden, um ihre Position zu Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft abzustimmen. Das Treffen im Erkelenzer Gemeindezentrum an der Mühlenstraße hatte den zukunftsweisenden Umgang mit Energie zum Thema. Neben Superintendent Jens Sannig sprachen Referenten aus Forschung und Politik über die Facetten und Perspektiven im Rheinischen Revier.

Sannig zitierte zur Eröffnung aus dem Lukas-Evangelium. Mit dem Zitat „Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teilen soll“ schlug er den Bogen zu Globalisierungsgegnern und der Flüchtlingsproblematik. Tausende Menschen seien auf dem Weg in die Länder, die an ihrem Elend schuld seien, betonte er. Man könne „die Rechnung nicht ohne Gott machen“.

Der Aachener Professor Dr. Markus Baumann, Rektor der FH ­Aachen, warb für die Förderung der „Wissensregion“ rund um die Hochschulen und Fachhochschulen: „Wenn die Rohstoffe weg sind, haben wir noch das Wissen.“

Der Grüne Landtagsabgeordnete Reiner Priggen verwies auf sinkende Mitarbeiterzahlen und einen hohe Altersdurchschnitt bei RWE Power. Der anvisierte Ausstieg aus der Braunkohleförderung werde somit sozialverträglich und mit vielen Ruhestandslösungen einhergehen. Bürgermeister Peter Jansen richtete den Fokus auf die Erkelenzer, die von der letzten Umsiedlung betroffen seien. Problematisch sei aber auch die Situation der Menschen in Holzweiler, die jahrelang mit ihrer Umsiedlung gerechnet hätten und sich nun mit einer Zukunft am Tagebaurand abfinden müssten.

Unter den Gästen waren auch Priggens Landtagskollege Dr. Gerd Hachen (CDU) und der Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath (SPD).

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