Rechtsextreme Szene ist aktiv in der Region

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Über „eine der aktivsten Szenen in Nordrhein-Westfalen“ berichtete Journalist Michael Klarmann, als er auf Einladung von der Anton-Heinen-Volks­hochschule des Kreises Heinsberg über „Neonazis und Rechtsextremisten im Raum ­Aachen / Heinsberg – Hintergründe, Protagonisten, Aktionen, Erscheinungsformen“ referierte. Rund 50 Zuhörer folgten im Erkelenzer Berufskolleg seinen Ausführungen.

Klarmann dokumentierte eine ganze Reihe von Aktionen, Vorfällen und Taten aus dem rechtsextremen Spektrum in den vergangenen Jahren auch im Kreis Heinsberg: von einer Mahnwache unter dem Titel „Todesstrafe für Kinderschänder“ über Aufkleber- und Sprühaktionen bis zur massiven Bedrohung eines Punks und einem Angriff auf eine Rockkneipe. Als im August 2012 die Kameradschaft Aachener Land (KAL) verboten worden sei, deren Heinsberger Sektion nach Klarmanns Angaben als die am besten organisierteste dieser Neonazi-Gruppierung galt, habe es Durchsuchungsaktionen auch im Kreisgebiet gegeben: in Heinsberg (6), Gangelt (2) sowie Erkelenz, ­Wassenberg und Hückelhoven (jeweils 1).

Mit Blick auf das vom nordrhein-westfälischen Innenminister ausgesprochene KAL-Verbot, gegen das inzwischen Klage eingereicht  worden sei, verwies Klarmann ­darauf, dass jede Nachfolgeorganisation automatisch mitverboten worden sei. Teile der Struktur würden aber – in veränderter Form – weitergeführt, wies Klarmann auf die Partei „Die Rechte“ hin, die gemäßigter als die NPD, aber radikaler als Pro NRW sei. Viele Neonazis aus verbotenen Organisationen seien in dieser Partei aktiv geworden, sagte Klarmann. Organisatorisch nun als Partei eine Stufe höher angesiedelt, seien es „im Grunde dieselben Leute“.


Wie bereits im Februar ausführlich berichtet, hatte das Kommissariat „Rechts motivierte Kriminalität“ (Remok) der Polizei Aachen bestätigt, dass ehemalige Mitglieder der KAL nun Funktionsträger in den neu gegründeten Kreisverbänden Aachen und Heinsberg der Partei „Die Rechte“ seien.


Nicht unerwähnt ließ Michael Klarmann bei seinem Vortrag in Erkelenz, dass auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD, Udo Pastörs, aus dem Kreis Heinsberg  stamme.


Im Stil von Warnhinweisen, wie sie auf Zigarettenschachteln aufgedruckt werden, transportierte Klarmann schließlich in Wort und Bild diese Botschaft an seine Zuhörer: „Nazis fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.“

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