Realschule Gangelt: Bitternis über das jähe Aus

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Nach den Sommerferien wird es
Nach den Sommerferien wird es an der Realschule Selfkant in Gangelt keine neuen Eingangsklassen mehr geben. Damit beginnt die Auflösung der Schule. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der Blick von Thomas Hoppe-Leifgen zeigte keinerlei erkennbare Regung, als Herbert Corsten als Vorsitzender der Verbandsversammlung des Schulverbandes der Realschule in Gangelt ihn und sein Kollegium ob der hervorragenden Arbeit lobte.

Gleiches galt für den Moment, als der neue Leiter der Gesamtschule, der Schule, der die Realschule weichen muss, Reinhold Schlimm, von „großem Respekt vor der Arbeit an der Realschule” sprach. Im Bericht des Schulleiters von Thomas Hoppe-Leifgen war unterschwellig noch die Bitternis zu spüren, die mit dem jähen Ende-Beschluss vom letzten Sommer einhergeht.

Das brachte Herbert Corsten zum wiederholten Male dazu, deutlich zu machen, dass der Beschluss für die Gesamtschule nicht gegen die Qualität der Gangelter Realschule gerichtet gewesen sei: „Ich bewundere Ihre Arbeit, ich beneide Sie aber nicht um den Job rund um die Abwicklung der Realschule!” Damit meinte Corsten unter anderem, dass nach der Entlassfeier im nächsten Jahr sieben Lehrer wegen der schwindenden Schülerzahlen die Schule verlassen müssen. Erstmals wird es nach den Sommerferien keine neuen Eingangsklassen an der Gangelter Realschule geben, berichtete Hoppe-Leifgen.

Die Schülerzahl wird damit von 576 auf 489 sinken - Tendenz natürlich fallend. Der Montag und der Donnerstag gelten als Kerntage in der Realschule, wenn sich in den siebten und achten Stunden noch rund 240 Kinder zur Nachmittagsbetreuung im Haus befinden. 60 der 87 Absolventen erreichen in diesem Jahr die Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe: „Mit 69 Prozent ein absoluter Spitzenwert”, bescheinigte er sich und seinem Kollegium eine gute Arbeit und unterstrich damit deutlich, dass man seitens der Schulleitung auch nach dem negativen Beschluss für die Realschule alles daran setzt, auch dem letzten Schüler den bestmöglichen Start in die Zukunft zu bieten.

Gelobt wurde die Zusammenarbeit mit den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf. Es gab verschiedene Führungen, das beliebte Nikolausturnier, ehrenamtliche Arbeit, die Rekrutierung neuer Ehrenamtler und die Teilnahme am Tag der Begegnung. Angeboten wurden diverse größere und kleinere Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Infoabend für den Jahrgang 10 zur Berufswahl, Drogenprävention, und wieder die Teilnahme an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht auf dem Jüdischen Friedhof. Elternvorträge wie „Internet und Handy” fanden ebenso Anklang, wie das neueste Projekt, Geo-Caching im Rahmen des Mercatorjahres.

Der Haushalt für das Jahr 2012 wurde vom Beigeordneten Gerd Dahlmanns vorgestellt. Er sieht im Ergebnisplan bei den Erträgen 899.400 Euro, bei den Aufwendungen 974.400 Euro vor. Im Finanzplan sind bei den Einzahlungen 835.800 Euro, bei den Auszahlungen 803.800 Euro vorgesehen. Aus der Ausgleichsrücklage fließen 75.000 Euro in den Haushalt. 111.300 Euro fließen in Investitionen - hauptsächlich in Richtung Gesamtschule.

Die Schulverbandsumlage wird auf 833.800 Euro festgesetzt und teilt sich auf Gangelt (457 226 Euro) und die Gemeinde Selfkant (376.574 Euro).

Während in die Ausstattung des laufenden Schulbetriebs der Realschule natürlich weiter investiert wird, wurde die weitere Fassadensanierung auf die Zukunft verschoben. Zum einen fehlt das Geld, andererseits betonte Bürgermeister Bernhard Tholen, dass man erst dann weiter in das Gebäude investiert, wenn die Umbauplanungen für die Gesamtschule Form annehmen.

„Ich bin wohl die dunkle Wolke, die hier sitzt”, begann Reinhold Schlimm, neben Thomas Hoppe-Leifgen sitzend, seinen Bericht. „Wir sind auf dem Weg”, verkündete er der Versammlung und berichtete von 115 Anmeldungen für die Gesamtschule, die ja ihren Betrieb zuerst in Höngen aufnimmt. Vier Klassenräume und teilweise provisorische Nebenräume stehen dort zu Verfügung. Bisher acht Lehrer werden alle Fächer außer dem Musikunterricht abdecken. In der Spitze, so erläuterte er auf Nachfrage, wird die Gesamtschule im Vollbetrieb etwa 60 Lehrer beschäftigen. „Damit hoffen wir dann auf ähnlich eindrucksvolle Zahlen, wie sie Herr Hoppe hier vorgelegt hat.”

In der geänderten Satzung wurde aus dem Realschulzweckverband nun der „Real- und Gesamtschulzweckverband”. Dirk Schwartzmanns, Gemeindeamtsrat im Selfkant, wurde als Nachfolger von Werner Jans zum stellvertretenden Schulverbandsvorsteher gewählt.
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