Radsport-Elite rollt abermals durch Hillensberg

Von: disch
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Das Finale der Tour de France auf den Champs-Élysées in Paris: Der Niederländer Dylan Groenewegen (r.) vom niederländischen Team Lotto-Jumbo ­gewann am vergangenen Sonntag den Sprint vor dem Deutschen André Greipel (l.) vom belgischen Team Lotto-Soudal. Bei der Binck Bank Tour im kommenden Monat sollen beide wieder aufeinandertreffen und am 11. August auch gleich dreimal durch Hillensberg rollen. Foto: dpa
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Im Mai durfte er als erster niederländischer Radprofi den Gesamtsieg beim Giro d‘Italia feiern: Tom Dumoulin wird auch bei der Binck Bank Tour am Start erwartet. Foto: dpa
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Peter Sagan im Regenbogentrikot des Weltmeisters durfte bei der Tour de France über einen Etappensieg jubeln, ehe er am Tag danach ausgeschlossen wurde: Der Slowake ist als Starter bei der Binck Bank Tour angesagt. Foto: dpa
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Bereits jetzt weisen Schilder auf die Sperrung der Hillensberger Ortsdurchfahrt hin. Foto: agsb

Kreis Heinsberg. Knapp sechs Wochen nach der Tour de France wird mit der Binck Bank Tour erneut ein Radrennen der World Tour, der höchsten Rennserie des Radsportweltverbandes UCI, auf Stippvisite im Kreis Heinsberg sein.

Am 2. Juli hatte das bedeutendste Etappenrennen der Welt auf der zweiten Etappe von Düsseldorf nach Lüttich ganz im Osten des Kreises auf Erkelenzer Stadtgebiet am Braunkohletagebau Garzweiler II und von der Umsiedlung betroffenen Orten vorbeigeführt. Dieses Tour-de-France-Spektakel hatte viele Radsportfans an die Landesstraßen 277 und 19 gelockt. Am 11. August wird es ganz im Westen des Kreises ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten geben, der einen neuen Namen trägt. Die Rundfahrt der Radrennprofis durch Belgien und die Niederlande firmierte bislang unter dem Titel Eneco Tour; benannt nach einem Energieversorgungsunternehmen. Abgelöst wurde dieses nun von einem Online-Broker.

So wird am 7. August im niederländischen Breda die Binck Bank Tour gestartet, die am 13. August im belgischen Geraardsbergen zu Ende gehen wird. Und am Freitag, 11. August, steht eine 167,3 Kilometer lange Etappe mit Start und Ziel in Sittard-Geleen auf dem Programm. Immer, wenn die Macher der Belgien-Niederlande-Rundfahrt eine Etappe rund um Sittard planen, dann rückt Hillensberg mit dem durchaus tückischen Anstieg auf der Bergstraße in den Blickpunkt, auch wenn im Streckenplan „nur“ 4,0 Prozent auf einer Länge von 700 Metern ausgewiesen werden. So war die Eneco-Tour in der Vergangenheit bekanntlich oft in der Gemeinde Selfkant und vor allem in Hillensberg zu erleben. Besonders spektakulär und zugkräftig waren die Zeitfahr-Konkurrenzen in den Jahren 2007, 2012 und 2016.

Start und Ziel in Sittard

Dreh- und Angelpunkt in Sittard wird am 11. August der Tom-Dumoulin-Bike-Park in der Nähe vom Fortuna-Fußballstadion sein. Dort erfolgt um 12.30 Uhr der Start. Dort wird auch gegen 16.30 Uhr  die Zielankunft erwartet, wobei die Finishlinie zuvor bereits zweimal passiert wird. Denn nach einer Fahrt durch das limburgische Hügelland, die bis an den Stadtrand von Maastricht und zurück führt, ist eine 38,8 Kilometer lange Schleife angesagt, die zweimal zu absolvieren ist. Durch Hillensberg rollt das Feld an diesem Tag gleich dreimal – auf einer Länge von exakt 2,1 Kilometern über Lahrstraße und Bergstraße.

Nach der Marschtabelle, der ein Schnitt von 44 km/h zugrunde liegt, erreicht das Feld über Lahr¬straat beziehungsweise Lahrstraße den Ort um 12.42 Uhr zum ersten Mal. Da befindet es sich allerdings noch in der Neutralisation, wird also in geschlossener Formation durch den Ort rollen, ehe ein Kilometer hinter der Grenze, also auf niederländischem Gebiet, der „scharfe“ Start vorgesehen ist. Im Zuge der Doppelschleife vor der Zielankunft wird es dann am Nachmittag schon ganz anders aussehen in Hillensberg: Die Radrennprofis werden gegen 14.57 und 15.49 Uhr zweimal in höchstmöglichem Tempo die Bergstraße hinaufjagen.

Bürgermeister Herbert Corsten freut sich einerseits darüber, dass dieses internationale Radsportereignis wieder in der Gemeinde Selfkant zu Gast sein wird, bittet aber andererseits auch die Bürger von Hillensberg und die Verkehrsteilnehmer schon jetzt um Verständnis für die Einschränkungen an diesem Tag. Die Tatsache, dass die Streckenplaner trotz der Baumaßnahme im benachbarten Wehr den Anstieg in Hillensberg unbedingt im Parcours haben wollten und dafür sogar die Anfahrt durch die Feldgemarkung in Kauf genommen haben, zeigt nach Corstens Ansicht, „welche Wertigkeit Hillensberg und die Bergstraße für dieses hochklassige Radrennen haben“. Ein Rahmenprogramm – wie es bei den über mehrere Stunden laufenden Zeitfahren 2007, 2012 und 2016 geboten wurde – ist für den 11. August in Hillensberg allerdings nicht geplant, handelt es sich doch um drei kurze, möglicherweise nur wenige Minuten dauernde Durchfahrten.

Hochklassiges Starterfeld

Das Starterfeld, das sich für die Binck Bank Tour abzeichnet, darf in der Tat wieder einmal als hochklassig bezeichnet werden: So hat der amtierende Welt- und Europameister Peter Sagan aus der Slowakei, der jüngst bei der Tour de France erst einen Etappensieg in Longwy feiern durfte, ehe am Tag danach sein höchst umstrittener Ausschluss nach einem  hart umkämpften Finish in Vittel folgte, ebenso seine Zusage gegeben wie Tom Dumoulin, der mit dem ersten niederländischen Gesamtsieg beim Giro d‘Italia im Mai ein herausragendes Kapitel in der Sportgeschichte seines Heimatlandes  geschrieben hat.

Aber auch eine Neuauflage des Sprintduells vom jüngsten Tour-de-France-Finale auf den Champs-Élysées in Paris darf erhofft werden, denn sowohl der siegreiche Niederländer Dylan Groenewegen als auch sein deutscher Rivale André Greipel, der sich diesmal mit Rang zwei begnügen musste, werden am Start erwartet. Angekündigt sind ebenfalls die früheren Eneco-Tour-Gewinner Tony Martin (2010), Lars Boom (2012) und Niki Terpstra (2016); ebenso der Doppelsieger der Jahre 2014 und 2015, Tim Wellens. Auch der Pole Maciej Bodnar, der das Zeitfahren der Tour de France in Marseille gewonnen hat, soll die Binck Bank Tour bestreiten.

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