Propst möchte Identität der Gemeinden bewahren

Von: Petra Wolters
Letzte Aktualisierung:
was-neuerpropst-fo
Stefan Kaiser, der neue Propst von Wassenberg, wird morgen offiziell in sein Amt eingeführt. Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Am Sonntag, 20. Dezember, wird Stefan Kaiser in der Propsteikirche St. Georg in Wassenberg von Regionaldekan Winfried Müller als neuer Propst von Wassenberg in sein Amt eingeführt. Zugleich wird er damit Pfarrer für die neue Pfarrei St. Marien Wassenberg, zu der alle sieben katholischen Pfarreien im Stadtgebiet Wassenberg mit Wirkung vom 1. Januar kommenden Jahres fusionieren.

In Düren-Birkesdorf aufgewachsen und zur Schule gegangen, studierte Kaiser in Bonn und Augsburg Theologie. 1988 wurde er im Dom zu Aachen zum Priester geweiht. Nach einer ersten Kaplanstelle in Monschau wurde er im November 1992 Kaplan von St. Josef Viersen, dann schon im April 1993 hier auch Pfarrverwalter. Seit 30. April 1995, also seit fast 15 Jahren, war er Pfarrer in St. Peter in Krefeld-Uerdingen. Dort ist er nur ungern dort weggegangen.

„Bei meinem Abschied sind Tränen geflossen”, erzählt der 47-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Situation, aus der ich komme, ist der in Wassenberg ähnlich. In Krefeld fusionieren jetzt sechs Pfarreien, darunter meine, zu der bisher noch ein Krankenhaus und zwei große Kindergärten gehörten.”

Es sei der Wunsch des Bischofs gewesen, nach Wassenberg zu kommen, erklärt der Priester. Er habe sich mit seinem Freund Heinz Portz, der hier in drei Pfarreien bisher Pfarrer war, beraten, und dann entschieden, hierher zu kommen. „Auch wenn ich selbst eigentlich gegen eine Fusion bin. Bei jeder Fusion geht auch Identität jeder darin einbezogenen Gemeinde verloren”, so Kaiser. Wie er die Fusion in Wassenberg meistern will, dazu hat er allerdings schon konkrete Vorstellungen: „Indem ich mir erst einmal anschaue, welche jeweils eigene Identität die einzelne Gemeinde in der neuen Pfarrei St. Marien hat.”

Zusammen mit dem zweiten Pfarrer Thomas Wieners, der voraussichtlich im März kommenden Jahres aus Korschenbroich nach Wassenberg komme, werde er eine territoriale Zuordnung der Gemeinden finden. Sie werde für jede Gemeinde einen festen Ansprechpartner schaffen, solle aber keine neue Gruppenbildung hervorrufen. Vorher gekannt habe er Wieners nicht, räumt er ein. Aber genau das sei eine interessante Chance, ganz unvoreingenommen in Wassenberg zusammen zu arbeiten. „Wir haben uns schon getroffen und gemerkt: Das geht mit uns”, so Kaiser.

„In erster Linie will ich im wahrsten Sinne des Wortes einfach Seelsorger sein in den Gemeinden, die ich betreuen werde”, antwortet er auf die Frage nach seinem pastoralen Konzept. „Und Seelsorge hat dabei für mich ganz viel mit Nähe zu tun, Nähe zu den Menschen in unseren Gemeinden.” Ganz wichtig seien ihm dabei die Spendung von Sakramenten und die Vorbereitung darauf, betont er.

Erhalten will er auch die Traditionen in den Gemeinden, etwa die Wallfahrten nach Ophoven oder zum Birgelener Pützchen. „Es ist wichtig, die Traditionen zu pflegen. Und es ist wichtig, dass Herz drin bleibt, damit sie nicht zu Ritualen verkommen”, sagt Kaiser. Glaube werde gelebt, und deshalb seien Gnadenbilder ganz wichtig. „Gewachsene Traditionen müssen deshalb unbedingt weiterhin gelebt werden können - wenn sie sich sicherlich auch im Laufe der Zeit weiter verändern werden.”

Das Bistum habe sieben anerkannte Wallfahrtsorte, davon seien mit Ophoven und dem Pützchen in Birgelen künftig zwei Teil der neuen Pfarrei St. Marien. „Und in Orsbeck kommt noch die Verehrung der Heilig-Kreuz-Reliquie dazu, wenn dies auch kein anerkannter Wallfahrtsort ist”, so Kaiser. Es gehe hier um mehr, als die Marienverehrung beizubehalten. Sie sei eine ungeheure Chance für die neue Pfarrei, starke Akzente zu setzen, gerade in der heutigen Zeit, wo viele Gläubige die Wallfahrt wieder schätzen lernten.

„Das Birgelener Pützchen mit seinem Gnadenbild mitten im Wald sehe ich dabei als eine Art Mittelpunkt unserer neuen, großen Pfarrei St. Marien.” Derzeit werde dafür ein neues Logo entwickelt, das sich an der Mariendarstellung der Schutzmantelmadonne orientiere. „Dabei wird die Mutter Gottes unter ihrem ausgebreiteten Mantel die Gläubigen aller sieben Gemeinden unserer Pfarrei bergen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert