Kreis Heinsberg - Projekt „H:ELGE”: Erinnern und Lernen führen zu Engagement

Projekt „H:ELGE”: Erinnern und Lernen führen zu Engagement

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Sie stellten gemeinsam mit Vertretern von Jugendzentren aus der Region das Jugendprojekt „H:ELGE” im Hückelhovener Jugendheim St. Lambertus vor: Ingrid Beschorner, Referentin für kirchliche Jugendarbeit, und Regionaldekan Winfried Müller. Foto: syn

Kreis Heinsberg. Die kirchliche Jugendarbeit in der Region Heinsberg startet ein dreijähriges Projekt, das Jugendlichen helfen soll, sich mit Verbrechen der NS-Zeit und der sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Verantwortung auseinanderzusetzen. Ziel des Projektes ist es, die Jugendlichen zu stärken und sensibel zu machen gegenüber fremdenfeindlichen Parolen und radikalen Meinungen.

Dabei kooperieren die katholischen Jugendfreizeitstätten im Kreis eng mit dem Büro der Regionaldekane für die Regionen Mönchengladbach und Heinsberg.

Entstanden ist die Idee für „Heinsberg: Erinnern, Lernen, Glauben, sich Engagieren” (H:ELGE) bei einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Birkenau im Herbst. Rund 40 Jugendliche aus katholischen Jugendeinrichtungen im Kreis nahmen an dieser Fahrt teil. Wie sich herausstellte, blieben am Ende noch viele Fragen und Eindrücke, über die gesprochen werden musste, erläuterte die Leiterin des Hückelhovener Jugendheimes St. Lambertus, Melanie Kohnen.

Bei der Vorstellung des Projektes in Hückelhoven betonte auch die Referentin für kirchliche Jugendarbeit im Büro der Regionaldekane, Ingrid Beschorner, dass das außerschulische Bildungsangebot bei den Jugendlichen zur Reflexion über die Geschichte führen solle, woraus sich auch ein Bewusstsein für die eigene Verantwortung ableiten lasse. Wichtig sei dabei auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht benotet werde und auf Freiwilligkeit beruhe.

Grund genug gibt es, da waren sich die Anwesenden einig: Hakenkreuze, die im öffentlichen Raum an Wände geschmiert werden, Werbematerialien rechtsextremer Parteien und direkte Anwerbeversuche seien alltägliche Dinge, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen müssten. „Hier müssen die Jugendlichen lernen, Nein zu sagen und Stellung zu beziehen”, fasste Kohnen die Ziele des Projektes zusammen.

Auf Fahrten werden auch die Stätten des Terrors, wie das Konzentrationslager Auschwitz, besucht. Darüber hinaus sind Fahrten nach Amsterdam sowie Berlin geplant. Neben Museumsbesuchen und Kontakten zu Zeitzeugen steht auch ein Besuch des Bundestages auf dem Plan.

Doch man braucht nicht zu geschichtsträchtigen Stellen zu reisen, denn der Terror fand auch gleich vor der Haustür statt; zum Beispiel in Wickrathberg oder Venlo, wo es Arbeitslager gab. Ende Januar ist ein Besuch in Erkelenz der Auftakt des Projektes. Dort wird die „Route gegen das Vergessen” beschritten, die zu Orten und Plätzen in der Stadt führt, die an die dunkle Seite der Geschichte erinnern.

Auf der ehemaligen Ordensburg Vogelsang soll der Fokus auf den jungen Menschen liegen, die dort unter den Nazis ausgebildet wurden. Wichtig sei es, die Jugendlichen mit ihren Eindrücken nicht allein zu lassen, erklärte auch Regionaldekan Winfried Müller. Aufgabe der Kirche sei es, Ansprechpartner zu sein und bei der Verarbeitung zu helfen. Daher sollen sie ihre Eindrücke in Fotos und Texten festhalten, die zu einer Ausstellung zusammengestellt werden.

In jedem der drei Projektjahre soll es vier bis fünf Veranstaltungen geben. Zum Abschluss ist eine Reise nach Israel geplant, wo die Gedenkstätte Yad Vashem besucht wird.

Das Projekt „H:ELGE” richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahre. Informationen gibt es in den katholischen Jugendeinrichtungen im Kreis Heinsberg und im Büro der Regionaldekane in Mönchengladbach unter Tel. 02161 - 98 06 31.

Die Kosten der einzelnen Maßnahmen werden bezuschusst, so wird die achttägige Fahrt nach Berlin pro Teilnehmer rund 130 Euro kosten.

Das Projekt beginnt am Samstag, 30. Januar, in Erkelenz mit der „Route gegen das Vergessen”.

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