Professionalität der Betriebe im Selfkant ist hoch

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<b>Gangelt / Selfkant / Waldfeucht.</b> Die drei Selfkantgemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht haben mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) eine umfassende Projektstudie zum Einsatz moderner Informationstechnologien in den landwirtschaftlichen Betrieben in der Region „Der Selfkant” realisiert.

Nur 17 Prozent der Landwirte setzen demnach moderne Informationstechnologie noch nicht ein, 83 Prozent hingegen haben Computer, teilweise seit mehr als zehn Jahren. Häufig eingesetzt werden Computer zur Bewältigung der Büroarbeit, zum Beispiel beim Bankverkehr, bei Verwaltung und Kontrolle der landwirtschaftlichen Maßnahmen auf den einzelnen Flächen (Schlagkartei) oder bei der Beschaffung von Informationen über das Internet.

Aber auch die Fütterungs- und Düngungssteuerung oder die Tieridentifizierung erfolgt zunehmend über Computer und moderne Spezialsoftware. „Precision farming”, die GPS-gestützte Navigation auf dem Acker, ist dagegen noch nicht sehr weit verbreitet (ein Betrieb). Die wichtigsten Effekte für die meisten Betriebsleiter sind die Zeitersparnis und die Steigerung der Produktivität durch besser aufeinander abgestimmte Arbeitsabläufe.

In den größeren Viehzuchtbetrieben ist der Einsatz von Informationstechnologien am weitesten verbreitet. Weniger überraschend ist, dass ältere Betriebsleiter und ökologisch orientierte Landwirte sich weniger auf Informationstechnologien stützen.

Spezialisierte Programme, Systeme und Technologien bieten generell neue Chancen für die Betriebe, haben aber auch ihre Tücken (Passwort auf dem Feld nicht verfügbar oder Ausfall der Stromquelle auf dem Feld). Investitionsentscheidungen werden sorgfältig abgewogen. Insbesondere die teilweise hohen Investitionskosten sind ein Hindernis, moderne IT-Technologien stärker zu nutzen. Eine finanzielle Förderung könnte da Abhilfe schaffen.

Das Gemeinschaftsprojekt hat viele interessante Ergebnisse erbracht. Von 152 kontaktierten Betrieben hatten sich 52 bereit erklärt, in den ersten Monaten des Jahres 2009 an einer standardisierten persönlichen Befragung durch Studierende der RWTH teilzunehmen. Diese ungewöhnlich hohe Beteiligungsquote sichert die Ergebnisse statistisch gut ab.

Im Vergleich zum Land Nordrhein-Westfalen (47 Prozent) und zum Kreis Heinsberg (63 Prozent) ist der Anteil der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in der Region „Der Selfkant” mit fast 83 Prozent der befragten Betriebe am größten. Die Betriebe sind durchschnittlich 52 Hektar groß und liegen damit etwa im Landes- und im Kreisdurchschnitt. Wie überall ist der Trend zu größeren profitableren Betriebseinheiten anhaltend. Vergleichsweise viele Höfe, die von älteren Landwirten bewirtschaftet werden, haben keine gesicherte Hofnachfolge.
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