Problem der Langzeitarbeitslosigkeit im Fokus

Von: Anna Petra Thomas
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Kreis Heinsberg. Ein Fazit ihrer Arbeit seit Gründung vor gut einem Jahr und einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten für das kommende Jahr gab das Sprecherteam der Regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz für den Kreis Heinsberg (RAAK) im Rahmen eines Pressegesprächs im Dechant-Sauer-Haus in Oberbruch.

Dabei stellte sich neben Karin Buchholz und Johannes Eschweiler nach dem Ausscheiden von Wilfried Mercks als neuer, dritter Sprecher der RAAK Karl Panitz, Gewerkschaftssekretär in der DGB-Region NRW Süd-West, vor.

Die RAAK habe sich seit ihrer Gründung intensiv mit der Frage von materieller Armut auseinandergesetzt, berichtete Eschweiler. „Dabei haben wir festgestellt, dass Kinder besonders benachteiligt sind, wenn sie in Haushalten groß werden, in denen materielle Armut ist.” Sie hätten kaum Chancen, dem Kreislauf aus Armut und Arbeitslosigkeit zu entrinnen.

Zum Thema Armut habe die RAAK einen Armutsbericht für den Kreis Heinsberg eingefordert. Dieser sei im Auftrag des Kreises von einem Aachener Institut erstellt worden und solle Anfang 2012 in den zuständigen Ausschüssen des Kreises vorgestellt werden. Zum Thema Kinderarmut sei zudem eine Veranstaltung durchgeführt worden, und die Kommunen hätten dieses Thema für sich aufgegriffen.

Für das kommende Jahr will die RAAK jetzt die Problematik der Langzeitarbeitslosigkeit in den Fokus nehmen. „Ursache von Armut ist zumeist Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit”, so Eschweiler. „Die Quote der Langzeitarbeitslosen ist seit Jahren leider nahezu konstant und liegt bei rund 4000 Personen.” Nicht mitgerechnet seien darin Langzeitarbeitslose in Eingliederungsmaßnahmen und ältere Arbeitslose, „die aus der Statistik aussortiert worden sind.” Trotzdem seien die Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung, überwiegend in Form einer Finanzierung durch Mittel des Bundes, im Rahmen der sogenannten Instrumentenreform weitgehend gestrichen worden. So entstehe der Eindruck, Langzeitarbeitslose und ihre Familien würden „abgeschrieben”, betonte Eschweiler.

Gegen die Instrumentenreform habe die RAAK selbst bereits Stellung bezogen. In einer Veranstaltung am Mittwoch, 1. Februar, lädt sie von 17 bis 20 Uhr in das evangelische Gemeindezentrum nach Hückelhoven, Haagstraße 10, ein. Dort will sie die Situation beispielhaft verdeutlichen, darüber hinaus mit politisch Verantwortlichen in Kommunen und beim Kreis diskutieren und überlegen, wie die Integration von Langzeitarbeitslosen vor Ort dennoch gelingen kann. „Nur so wird langfristig die poltische Gestaltungsfähigkeit in allen Politikfeldern vor Ort erhalten und nicht durch ausufernde, finanzielle Belastungen im Sozialbereich ausgehöhlt”, erklärte Eschweiler.

Weitere wichtige Aufgaben sieht die RAAK in Themen wie etwa der sogenannten prekären Beschäftigung in Form von Leiharbeit, befristeter oder geringfügiger Beschäftigung, der Beschäftigung im Niedriglohnsektor und der Altersarmut.
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