Pro Bahn beklagt: Region wird abgehängt

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Kreis Heinsberg. Mit Bedauern musste der Fahrgastverband ProBahn nach eigenen Angaben feststellen, dass der französisch-belgisch-deutsche Hochgeschwindigkeitszug Thalys ab dem kleinen Fahrplanwechsel im Sommer 2009 keinen Anschluss mehr an die Regionalexpresslinie 4 hat.

Bisher hätten am Aachener Hauptbahnhof perfekte Verbindungen von und nach Geilenkirchen, Erkelenz, Rheydt und Mönchengladbach bestanden. Nun würden im Juni die Fahrzeiten des Thalys um zirka eine halbe Stunde „gedreht”, mit denen des ICE INT Brüssel-Frankfurt getauscht (jener wird ab Juni über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Liege - Aachen verkehren).

Der Thalys fahre dann so, dass nicht nur der RE4 keinen Anschluss mehr habe, sondern auch so, dass die halbstündlich zum RE4 versetzt verkehrende RB33 in Richtung Mönchengladbach jeweils knapp verpasst werde; die entstehenden Übergangszeiten von zwei Minuten seien für einen Bahnhof wie den Aachener Hauptbahnhof viel zu knapp bemessen und würden so folgerichtig in der Fahrplanauskunft der DB auch nicht angegeben.

Im Detail sieht es laut Pro Bahn dann so aus, dass die zukünftigen Übergangszeiten zwischen Thalys und dem Regionalverkehr nach Mönchengladbach je nach Richtung zwischen 22 und 37 Minuten betragen; „viel zu lang für einen attraktiven Anschluss”.

Trotz der Thalys-Werbekampagne, nach der in naher Zukunft alles schneller, komfortabler und besser werde, verschlechtere sich de facto die Fahrzeit. Ab Juni werde die Fahrt Mönchengladbach - Brüssel zum Beispiel drei Stunden und 15 Minuten dauern. Heutzutage dauere diese Fahrt nur zwei Stunden und 45 Minuten.

Pro Bahn International sowie die Regionalverbände Euregio-Aachen und Niederrhein wehren sich strikt gegen diese Entwicklungen. Immerhin würden im weiteren Einzugsbereich der Halte Mönchengladbach und Rheydt über 250000 Einwohner leben und auch das Fahrgastpotential des Kreises Heinsberg sei nicht zu unterschätzen, zähle er doch auch etwa 260000 Einwohner.

Das Prinzip der Zeitersparnis beim Hochgeschwindigkeitsverkehr wird nach Auffassung von Pro Bahn unwirksam, wenn an wichtigen Kontenpunkten wie Aachen keine oder nur noch schlechte Anschlüsse bestehen würden. Schade sei dies auch vor dem Hintergrund, dass Thalys damit werde, ein Thalys-Ticket als Netzkarte im AVV-Tarifraum benutzen zu können. Im Falle der Aachen-Gladbacher Bahn berechtige ein Ticket Brüssel - Aachen zum Beispiel zu einer Fahrt bis zur Tarifgrenze in Herrath.

Pro Bahn bittet die Verantwortlichen beim Thalys ausdrücklich, den zukünftigen Fahrplan zu hinterfragen. „Eine Fahrzeitverschiebung beim Thalys im Minutenbereich könnte bereits den Anschluss an die RB33 nach Mönchengladbach verbessern. Ab spätestens Ende 2009, wenn auch der Thalys über die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Liege - Aachen verkehrt, sollten wieder attraktive Anschlüsse Richtung Heinsberger Land und Mönchengladbach bestehen.”
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