Prinz Karneval regiert jetzt im Heinsberger Rathaus

Von: anna
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Narren an der Macht: Bürgermeister Wolfgang Dieder übergibt den Rathausschlüssel an das Stadtprinzenpaar Elmar I. und Michaela (Dohmen). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Heftige Wortgefechte waren es auch dieses Mal wieder, die sich die Karnevalisten und die Politiker in der Stadthalle und vor dem Rathaus lieferten. Doch am Ende schwang Bürgermeister Wolfgang Dieder am Karnevalssamstag erneut seine große weiße Fahne vor einem Meer bunt gekleideter Narren auf dem Rathausplatz und überreichte dem Stadtprinzenpaar Elmar I. und Michaela (Dohmen) vom Schafhausener Karnevalsverein (SKV) den großen goldenen Schlüssel fürs Rathaus als Zeichen ihrer närrischen Macht in der Kreisstadt bis zum Aschermittwoch.

„Ein Prinz, der sich und ganz Schoppese bezeichnet als naturbeklopp, der kriegt doch nicht ‘nen Rathausjob und stellt mir Hensberch ob dr Kopp!“, hatte sich Dieder zuvor noch in der Stadthalle vor geladenen Gästen von Stadt und Komitee Heinsberger Karneval (KHK) entrüstet. „Ich werde heut‘ nicht weichen, das Jeckenzepter muss ihm reichen“, hatte er betont.

Komiteepräsident Wolfgang Weintz zeichnete seinen Zuhörern danach schon ein buntes Bild von der Stadt unter närrischer Herrschaft: „Lasst uns das Rathaus zum Bürgerhause machen. Dann ist es endlich wieder mal an der Zeit, viel zu lachen“, erklärte er. „Beamte an der Macht? Nein, die Zeit ist ab heut‘ vorbei. Ab jetzt fühlen sich die Heinsberger von der Gängelei des Bürgermeisters frei.“

Unten vor der Halle ging die Redeschlacht dann weiter vor den Vertretern aus Politik und Verwaltung oben auf der Rathaustreppe und dem bunt leuchtenden Rathausplatz, auf den die Vertreter aller zwölf Vereinigungen im KHK eingezogen waren. Mit dabei auch die Löschgruppe Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr und der Club der Ex-Stadtprinzen. Zuletzt zog unter dem Jubel Hunderter Narren natürlich auch das Stadtprinzenpaar ein. SKV-Präsident Christian Schreinemachers forderte lautstark die Macht im Rathaus, sah sich aber mit dem stellvertretenden Bürgermeister Albert Heitzer einem gewieften Kontrahenten gegenüber.

„Liebe Narren, hört auf meine Kunde, der Bürgermeister, der regiert noch nicht mal mehr ‘ne Stunde“, gab sich Schreinemachers jedoch siegessicher. „Moment, Moment, denn so schnell schießen selbst die Preußen nicht, zur Not, da stellen wir Euch vor ein Standgericht“, drohte Heitzer, bevor Schreinemachers schließlich sogar die Unterstützung beim Bundesschützenfest versagen wollte: „Dann bleiben die Musikkapellen alle stumm, dann guckt Ihr aus der Wäsche, aber dumm“, erklärte er. „Ich seh‘ schon die Gesichter von Siggi Jansen und auch Wolfgang Dieder. Denn die Blamage ist sehr groß, das Bundesschützenfest liegt darnieder.“

Heitzer ließ sich nicht erweichen. „Drum sag ich‘s Dir auch immer wieder. Wir brauchen eine Nummer eins, und das ist Wolfgang Dieder.“ Schreinemachers gab jedoch nicht auf: „Mit einem Dreigestirn und sieben Prinzenpaaren voller Grollen, da werden meine Truppen Euch hier und heute überrollen“, reimte er tapfer weiter: „Wir werden Euch jetzt von der Treppe fetzen, und dieses Rathaus endlich nun besetzen.“ Ja, und dann gab sich Heitzer endlich geschlagen, nicht ohne zu betonen: „Es ist ja nur für diese kurze Narrenzeit. Danach herrscht Wolfgang Dieder dann erneut und bis in alle Ewigkeit.“

Die Narren und die Vertreter der Stadt zogen schließlich alle gemeinsam in die Stadthalle ein und feierten hier gemeinsam. Nach dem SKV mit seinem Stadtprinzenpaar stellten sich die Karnevalsvereinigungen der Stadt bei der gut besuchten Veranstaltung in der proppenvollen Stadthalle traditionell mit einem kleinen Programm vor.

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