Erkelenz - Primaner werden überzeugte Europäer

Primaner werden überzeugte Europäer

Von: Birte Zeitner
Letzte Aktualisierung:
21 Schüler der Jahrgangsstufe
21 Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Cusanus-Gymnasiums lernten in Brüssel eine Menge über die Strukturen und die Arbeit des europäischen Parlaments kennen. Und sie mussten anschließend so manche festgelegte Meinung ändern. Foto: Zeitner

Erkelenz. Eine politisch interessierte Gruppe von Schülern des Faches Sozialwissenschaften des Cusanus-Gymnasiums wollte es nach all den öffentlichen Debatten um die angebliche Eurokrise genau wissen und machte sich auf den Weg in die europäische „Hauptstadt” Brüssel.

Die Studienfahrt, die das Cusanus-Gymnasium jetzt regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem „Gesamteuropäischen Studienwerk” und unterstützt von der Stiftung für Völkerverständigung der Kreissparkasse Heinsberg anbietet, will keine bloße Besichtigungstour sein.

Die Gruppe der Jahrgangsstufe 13, die von den Lehrern Dr. Kenan Irmak und Nicky Born begleitet wurde, hatte sich ein sehr straffes Seminarprogramm vorgenommen.

Lebhafte Diskussion

Der erste Termin führte sie zum Rat der Europäischen Union, wo eine lebhafte Diskussion mit einem Vertreter dieser Institution über die Griechenlandkrise und darüber entbrannte, wie man die ungarische Regierung davon abhalten könne, weiter demokratische Rechte einzuschränken und gegen europäische Werte zu verstoßen. Später wurden die Cusaner in der Mission der kleinen Republik Mazedonien empfangen, die als glühende Europäer so schnell wie möglich die Beitrittsverhandlungen fortsetzen möchten. Wäre da nur nicht, so die Counsellerin Finka Serafimova-Duskov, die destruktive Haltung Griechenlands, das alle Gespräche mit dem Verweis blockiere, Mazedonien müsse seinen Namen ändern wegen einer gleichnamigen Region in Griechenlands Norden.

Privilegierte Partnerschaft

Von einer „privilegierten Partnerschaft”, wie es die Bundeskanzlerin auch für die Türkei vorschlägt, will Mazedonien nichts wissen.

Der Besuch des wohl berühmtesten Gebäudes Belgiens, das Atomium, eine Attraktion der Weltausstellung von 1958, beeindruckt die Schülergruppe noch heute, bringt es doch den Fortschrittsoptimismus der Nachkriegsjahre unnachahmlich zum Ausdruck.

Eine andere Vision von Europas Zukunft zum Wohle aller hat die Friedensplattform European Peace Liaison Office: Ihr Einsatz - engagiert vertreten von Josephine Liebl - gegen die mächtigen europäischen Rüstungsinteressen in Brüssel erschien den Schülern fast wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Als letzter Programmpunkt stand die europäische Volksvertretung im Terminplan, das EU-Parlament, das im nächsten Jahr die Bürger zur Wahl aufruft.

Ehrliche Ansichten

Dort beeindruckten die schlagfertigen und ehrlichen Ansichten und Argumente des Grünen-Abgeordneten Sven Giegold, dessen wirtschafts- und finanzpolitische Aussagen zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise nur schwer zu kontern waren, auch wenn man grundsätzlich eine andere politische Richtung vertrat.

Am Ende des dritten Tages verließen die 21 Schülerinnen und Schüler die europäische Hauptstadt, den Kopf voller neuer Erkenntnisse über die aktuelle EU-Politik und von dem Bewusstsein beseelt, dass die Europäische Union ein kostbares Gut ist.

„In den vielen Gesprächen mit engagierten Europäern haben sich die komplexen Inhalte, die bei der Vorbereitung im Unterricht abgehandelt worden sind, zu einem klaren Bild über die EU zusammengefügt”, resümiert der Schüler Bernd Hohagen seine Eindrücke von dieser Fahrt.
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