Kreis Heinsberg - Preise für Trinkwasser bleiben in den kommenden Jahren stabil

Preise für Trinkwasser bleiben in den kommenden Jahren stabil

Von: disch
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130.000 Einwohner im nördlichen Kreisgebiet werden vom Kreiswasserwerk Heinsberg mit Trinkwasser versorgt. Foto: Koenigs
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Die technischen Anlagen des Kreiswasserwerkes Heinsberg standen bei der aktuellen Zertifizierung besonders im Blickpunkt. Foto: Koenigs
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Über die erstmalige Zertifizierung im Technischen Sicherheitsmanagement freute sich Michael Leonards (l.), Geschäftsführer vom Kreiswasserwerk. Heinz Esser vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) gratulierte. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Hoher Nitratwert: Steigen Preise für Trinkwasser?“ So lautete am Dienstag ein Meldungstitel. Zu lesen war, die deutschen Wasserversorger würden auf die Verbraucher in den kommenden Jahren deutliche Preissteigerungen beim Trinkwasser zukommen sehen.

Seit Jahrzehnten werde zu viel Gülle und Mineraldünger auf Wiesen und Feldern verteilt, hatte Martin Weyand, der Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), erklärt. Wegen der daraus folgenden hohen Nitratbelastung werde die Wasseraufbereitung immer schwieriger.

Bei einem Pressegespräch am Dienstag in der Zentrale vom Kreiswasserwerk Heinsberg in Wegberg-Uevekoven, bei dem es eigentlich um die Zertifizierung des Werkes im Bereich des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM) ging, wagte Geschäftsführer Michael Leonards auf Nachfrage unserer Zeitung eine Prognose: In den nächsten Jahren werde es – mit Blick auf die Nitratproblematik – beim Kreiswasserwerk keinen Bau zusätzlicher Anlagen geben müssen. Und generell gelte: „Wirtschaftlich stehen wir sehr gut da!“ Deshalb gehe er nach jetziger Einschätzung davon aus, dass beim Kreiswasserwerk – auch wenn es sicherlich auch andere Kostenfaktoren wie zum Beispiel steigende Tariflöhne gebe – in den nächsten drei Jahren keine Preiserhöhung für die Kunden erforderlich sein werde, so Leonards.

Das Kreiswasserwerk versorgt rund 130.000 Einwohner der Städte Erkelenz, Hückelhoven, Wegberg und Wassenberg mit Trinkwasser – mit mehr als sieben Millionen Kubikmetern im Jahr. Der Kunde des Kreiswasserwerkes zahlt aktuell netto 1,25 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) und sechs Euro im Monat als Grundpreis.

Sehr gutes Miteinander

Leonards unterstrich noch einmal das sehr gute Miteinander zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft im Kreis Heinsberg. So seien zuletzt ja noch „25 Jahre kooperativer Gewässerschutz im Kreis Heinsberg“ gefeiert worden. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zeige langfristig Wirkung, meinte der Diplom-Ingenieur zuversichtlich. Die Düngung sei optimiert worden. Die Nitratwerte seien in den Jahren nicht gestiegen. Beim Kreiswasserwerk wird mit einer Mischung von Tiefbrunnenwasser und Flachbrunnenwasser für eine ­Begrenzung des Nitratgehalts auf 25 Milligramm je Liter gesorgt, hatten Leser unserer Zeitung im vergangenen Jahr bei einer ­Aboplus-Tour vor Ort erfahren können.

Angekündigt wurden vom ­Wasserwerk-Geschäftsführer allerdings zwei andere große Projekte für die Zukunft: Die Wassergewinnungsanlage Holzweiler – in der Nähe zum Braunkohletagebau Garzweiler II gelegen – müsse 2025 oder etwas später ersetzt werden durch ein neues Werk im Süden von Erkelenz. Die Anlage in Mennekrath müsse vor 2024 saniert oder neu gebaut werden. Selbst eine Lösung nach dem Motto „Aus zwei mach eins“ ist mit Blick auf diese beiden Anlagen nicht gänzlich ausgeschlossen.

Stolz auf Zertifizierung

Stolz ist die Leitung vom Kreis­wasserwerk auf die neue TSM-Zertifizierung. Erstmalig hatte sich die GmbH einer solchen Überprüfung durch den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) unterzogen. Im Rahmen der freiwilligen Zertifizierung wurde das Technische Sicherheitsmanagement überprüft. Es ging um Aufbau und Ablauf der technischen Organisation sowie die technische Sicherheit der für den Betrieb der Wasserversorgung erforderlichen Anlagen, um die Einhaltung der technischen Regelwerke und die Bereitschaftsdienste zur Störungsbehebung. Anhand der Antworten auf 333 Fragen und nach zwei Tagen vor Ort hatten sich die Prüfer des DVGW ein Bild vom Unternehmen machen können. Und als Ergebnis überreichte Heinz Esser, ­Geschäftsführer der DVGW-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, am Dienstag in Uevekoven das fünf Jahre gültige Zertifikat.

Qualitätssicherung

Nach Benchmarking-Projekten zur Prozessoptimierung (seit 2005) und nach Einführung eines Energiemanagements (2015) bedeutete die TSM-Zertifizierung für Leonards und sein Team „einen weiteren Schritt hin zur Qualitätssicherung im Sinne einer einwandfreien, sicheren Trinkwasserversorgung“, die auch mit der jährlichen Wasserschau durch den Amtsarzt Bestätigung finde. Auch wenn für Leonards ohnehin klar war, „dass von uns alle Vorschriften eingehalten werden“ und er angesichts des doch hohen Aufwandes, den die Zertifizierung für kleine und mittlere Unternehmen bedeute, das Thema lange Zeit zurückgestellt hatte, so zeigte er sich nun doch erfreut, das entsprechende Zertifikat erlangt zu haben.

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