Heinsberg-Oberbruch - Polymer Oberbruch GmbH möchte internationalen Markt erobern

Polymer Oberbruch GmbH möchte internationalen Markt erobern

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Das Herz der Produktionsanlage schlägt derzeit nicht. Doch von hier werden alle Prozesse gesteuert.

Heinsberg-Oberbruch. Es ist beinahe gespenstig. Dort wo früher reges Treiben herrschte, ist eine fast schon unbehagliche Ruhe eingekehrt. In den Produktionshallen der Polymer Oberbruch GmbH im Industriepark, der ehemaligen Kuag Elana, stehen die Räder still.

Lediglich Mitarbeiter einer Verschrottungsfirma, die nicht mehr benötigte Teile der Polykondensationsanlage demontieren, erfüllen eine dunkle Halle ab und zu mit Leben.

„Es ist schon bedrückend, das Werk so zu erleben”, meint der technische Leiter des Unternehmens, Dr. Joachim Schaper. Seit 1992 war Schaper bei Kuag beschäftigt und erlebte schon die erste Insolvenz des Unternehmens im Februar 2005 hautnah, dann den vermeintlichen Lichtblick mit der Übernahme durch die polnische Boryszew-Gruppe, die mit der Aufgabe überfordert schien, den überraschenden Verkauf an die in London ansässige Investmentfirma Carlson Private Equity Ltd. und schließlich die erneute Insolvenz im September 2007. Nach dem Auf und Ab der letzten Jahre gibt es nach der Gründung der Polymer Oberbruch GmbH jetzt jedoch begründete Hoffnung auf einen guten Neuanfang.

„Kuag Elana produzierte bis Mitte 2007 nur mattierte Polyestergranulate für textile Anwendungen, nahm jedoch nicht wahr, dass etwa seit 2000 der europäische Markt für dieses Produkt mehr und mehr schrumpfte, so dass in 2006 nur noch 70.000 Jahrestonnen und in 2007 noch 40.000 Jahrestonnen von der eigentlichen Anlagenkapazität mit 100.000 Jahrestonnen verkauft werden konnten”, nennt Geschäftsführer Michael Strätling den wesentlichen Grund für den Niedergang des Oberbrucher Werkes. Ein nicht mehr zeitgemäßer und zu kostenträchtiger Rohstoff habe die Talfahrt noch beschleunigt.

Dass es auch anders geht, da ist sich die Geschäftsleitung der POG sicher. Der kostengünstige Erwerb der existierenden Anlage und eine technische Umstellung nebst erheblicher Diversifikation der Produkte seien entscheiden.

Neben den mattierten Chips, die bislang alleine produziert wurden, sollen zukünftig auch glänzende und superglänzende Chips, solche für medizinische Anwendungen, Chips auf der Basis von schwermetallfreien Katalysatoren und für Folien sowie flammhemmende und solche für die Herstellung von PET-Flaschen in die Angebotspalette aufgenommen werden.

„Wir könnten theoretisch 14 verschiedene Polyestertypen gleichzeitig produzieren”, so Krämer. „Wenn sie diese Produkte erzeugen, dann haben sie ein Potenzial von bis zu 500.000 Jahrestonnen, die sich absetzen lassen, statt 40.000”, ergänzt Strätling. Nach Umbau und Erweiterung hofft die POG, sich mit bis zu 130.000 Jahrestonnen ein gehöriges Stück von diesem Kuchen abschneiden zu können.
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