Kreis Heinsberg - Politischer Aschermittwoch: Von „Gewurschtel” bis zur „Fahnenflucht”

Politischer Aschermittwoch: Von „Gewurschtel” bis zur „Fahnenflucht”

Von: ej
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Beim politischen Aschermittwoch der FDP in Heinsberg-Aphoven: Kreisverbandsvorsitzender Felix Becker (2.v.l.), Stadtverbandsvorsitzender Erwin Hausmann (l.) und Bundestagskandidat Andreas Rademachers (r.) freuten sich über den Besuch von NRW-FDP-Generalsekretär Christian Lindner (2.v.r.). Foto: Jennes

Kreis Heinsberg. Die aktuelle Politik in Stadt und Kreis, aber auch auf Bundes- und Landesebene standen beim politischen Aschermittwoch sowohl bei der FDP in der Dorfschänke in Aphoven als auch bei der UB in der Gaststätte Feltmann in Waldenrath im Mittelpunkt.

Eingeladen hatten die Heinsberger Kreis- und Stadtverbände. Bei beiden Veranstaltungen wurde nicht nur diskutiert. Es wurden auch Heringe und Bratkartoffeln genossen.

Für die Freien Demokraten begrüßte Kreisverbandsvorsitzender Felix Becker ganz besonders den Generalsekretär der NRW-FDP und zugleich stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Christian Lindner. „Man kann nicht abschätzen, was auf uns zukommt”, sprach Lindner das in der Bevölkerung vorherrschende Gefühl der Unsicherheit an und bezeichnete die aktuellen Diskussionen als „Krisenrhetorik”.

Es fehle bei der großen Koalition, der er einen Linkstrend vorwarf, an Klarheit und Berechenbarkeit, Substanz und Konzepten. „Die FDP bleibt in der Mitte, ist berechenbar und hat Konzepte, auch wenn diese nicht allen zusagen.” Das Konjunkturpaket kritisierte Lindner als „Gewurschtel” der großen Koalition. „Erfolge privatisiert man, bei Misserfolgen ruft man nach dem Staat”, mahnte er mit Blick auf die Finanzmarktkrise unter anderem Verantwortung der Manager an und forderte Transparenz und klare Regeln.

Im Gesundheitswesen - und da vor allem mit dem neuen Gesundheitsfonds - erkannte Lindner eine Entwicklung hin zu einer Versorgung, die so niemand wolle. Er sprach sogar von Vorbereitung einer „Staatsmedizin”. Für ihn sind die bevorstehenden Wahlen in erster Linie Richtungswahlen. Da müsse die FDP zu ihren Prinzipien stehen.

Zur Bundespolitik äußerte sich Bundestagskandidat Andreas Rademachers, während Christian Peters, Spitzenkandidat für den Kreistag, die Position der FDP auf Kreisebene beleuchtete. In Reinform gab Erwin Hausmann als Stadtverbandsvorsitzender einen Überblick zur Position der FDP im Rat der Stadt Heinsberg.

Näher am Bürger sein will die Unabhängige Bürgerpolitik, die drei Redner beim politischen Aschermittwoch in Waldenrath aufbot. Kreistagsmitglied Heinz-Jürgen Wolter sprach zur Sozialpolitik. Hans-Josef Marx beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem von seiner Partei abgelehnten Haushalt der Stadt Heinsberg. Walter Leo Schreinemacher, Fraktionsvorsitzender im Kreistag, schlug den Bogen von zu lösenden Aufgaben in Stadt und Kreis über die Landesebene bis hin zur Bundespolitik.

Beim Blick aufs Land thematisierte er die Bildungspolitik und den nach wie vor großen Unterrichtsausfall an den Schulen. Bei der Bundespolitik sprach er im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Wirtschaftsminister Michael Glos von „Fahnenflucht” und zog dabei eine Parallele zu Heinsbergs Bürgermeisters Josef Offergeld, der sich ebenfalls nicht mehr zur Wahl stelle.
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