Podiumsdiskussion: Klares Bekenntnis zur Energiewende abgelegt

Von: disch
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Windkraft aus der Vogelperspektive: Diese Anlagen stehen in unmittelbarer Nähe zum Autobahnkreuz Wanlo, wo sich die Wege der A 61 und der A 46 kreuzen. Fotos (2): Nicola Gottfroh Foto: Nicola Gottfroh
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„Verheizte Heimat“ für die Kritiker, Brückentechnologie für die

Kreis Heinsberg. Ein klares Bekenntnis zur Energiewende und zu den erneuerbaren Energien haben die Bundestagskandidaten von CDU, FDP, SPD und Grünen bei ­einer Podiumsdiskussion im Foyer der Erkelenzer Stadthalle abgelegt.

Der Bundesverband Windenergie und das Erkelenzer Unternehmen psm hatten gemeinsam zu der Veranstaltung mit dem Titel „Energiepolitik nach der Bundestagswahl – Auswirkungen auf den Kreis Heinsberg“ eingeladen und über 100 Interessierte angelockt. Bürgermeister Peter Jansen erklärte bei der Begrüßung mit Blick auf den Tagebau Garzweiler II, die Stadt Erkelenz zahle „einen hohen Preis für den Energiehunger unserer Gesellschaft“.

Auch wenn sich Wilfried Oellers (CDU), Linus Stieldorf (FDP), Norbert Spinrath (SPD) und Hans Josef Dederichs (Grüne) ­einig zeigten in der Forderung nach einem Energieministerium und sie sich alle dafür aussprachen, die Bürger beim Thema Energiewende mitzunehmen und auch das Stromsparen zu forcieren, gab es doch auch konträre Standpunkte. So hielten Spinrath und Dederichs den aktuellen Regierungsparteien CDU und FDP vor, in Sachen Energiewende seien vier Jahre verschenkt worden, während Oellers und Stieldorf SPD und Grünen Blockaden im Bundesrat vorwarfen.

Mit Blick auf die Braunkohle formulierte Dederichs deutlich: „Kohle ist eine aussterbende Form der Energiegewinnung – und das zu Recht.“ Weder ein Solar- noch ein Windpark würden Menschen vertreiben, wohl aber ein Braunkohletagebau. Gleichwohl betonte Spinrath, die Braunkohle sei als Brückentechnologie noch notwendig, insbesondere da das Problem der Speicherung regenerativer Energien ungelöst sei.

„So schnell wie möglich“

Die Zeitperspektiven für den Energiewechsel wurden unterschiedlich skizziert. 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 – dies ist laut Oellers das Ziel der Union (das von der FDP geteilt wird). 75 Prozent bis 2030, 100 Prozent bis 2050, so die Ziele von Spinrath, „spätestens“, wie er hinzufügte, ansonsten gelte: „So schnell wie möglich!“ 50 Prozent bis 2020, 100 Prozent bis 2030, so Dederichs‘ ambitioniertere Ziele.

Mit Blick auf steigende Strompreise sprachen sich die Vertreter von SPD und Grünen für eine Senkung der Stromsteuer aus, an der auch der Liberale Stieldorf arbeiten will, während Christdemokrat Oellers bezweifelte, dass eine solche Senkung an die Verbraucher weitergegeben würde; deshalb plädierte er dafür, über eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Strom nachzudenken. Für den Grünen Dederichs steht allerdings fest: „Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben.“

Gastgeber und Moderator Ian-Paul Grimble (psm) stellte schließlich die Frage, wann der Kreis Heinsberg, der 2011 bei 26 Prozent gelegen habe, 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien erreichen werde. Benötigt würden dazu nur 243 neue Windkraftanlagen, sagte er, um die Dimensionen darzulegen.

„Ich würde mich freuen, wenn es morgen klappen würde“, antwortete Stieldorf, doch wie seine Mitbewerber wollte und konnte auch er keine Jahreszahl nennen. Potenzial gebe es noch, sagte Oellers. 100 Prozent nur aus Wind, dies lehnte Spinrath übrigens ab. Auch bei den erneuerbaren Energien solle „ein gesunder Mix“ erreicht werden, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

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