Podiumsdiskussion: Die „soziale Gerechtigkeit“ ist das zentrale Thema

Von: hewi
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Die Kirchen wollten den Bundestagskandidaten auf den Zahn fühlen: Eine Podiumsdiskussion fand an Schacht 3 in Hückelhoven statt. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Zu einer Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten hatten die Bischöfliche Kommission Kirche und Arbeiterschaft, Pax Christi, der Katholikenrat der Region und der evangelische Kirchenkreis Jülich in die Maschinenhalle an Schacht 3 in Hückelhoven eingeladen. Es ging darum, den Kandidaten zu bestimmten Themen auf den Zahn zu fühlen.

Ein zentrales Thema war die „soziale Gerechtigkeit“. Dazu lieferte Renate Müller von der Bischöflichen Kommission Kirche und Arbeiterschaft eine kritische Einführung. Sie berichtete von den Lebenssituationen prekär beschäftigter Menschen, vom täglichen Existenzkampf und der Unmöglichkeit einer längerfristigen Lebensplanung. Die Kandidaten konfrontierte sie mit drei Forderungen: Mindestlohn von neun Euro, öffentlich geförderter Beschäftigungssektor und garantiertes Grundeinkommen.

Beim Mindestlohn war der Grüne Hans Josef Dederichs mit 8,50 Euro nahe bei Müller. Dies sei ein Einstieg. Die Mindestgrenze müsse jedes Jahr neu festgelegt werden. Er forderte Lohngleichheit für Mann und Frau und Reduzierung der Minijobs, lehnte garantiertes Grundeinkommen ab.

Wie Norbert Spinrath von der SPD, der für flächendeckenden Mindestlohn und gleiche Gehälter für Mann und Frau plädierte. Zeit- und Leiharbeit müssten ebenso wie Minijobs abgebaut werden. Normale Beschäftigungsverhältnisse dürften nicht durch prekäre Arbeit ersetzt werden.

Ayten Kaplan von den Linken sprach sich im Gegensatz zu ihren Vorrednern für einen Mindestlohn und ein Grundeinkommen aus und brachte auch die Mindestrente von rund 1000 Euro ins Spiel. Eine Ausgrenzung weiter Teile der Bevölkerung könne nicht hingenommen werden.

Wilfried Oellers von der CDU verteidigte hingegen die Tarifautonomie und zählte die Erfolge der Regierungspolitik auf, wozu er auch die Reduzierung der Arbeitslosenzahl auf knapp unter drei Millionen zählte; deutlich gesunken sei auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen.

Linus Stieldorf von den Liberalen lehnte den Mindestlohn kategorisch ab und sprach von der Leistung, die sich wieder lohnen müsse. Dazu brachte er das Bürgergeld zum Schutz gegen Armut als FDP-Forderung ins Spiel. Dieses könne durch Hinzuverdienst aufgestockt werden.

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