Plattform für Toleranz und Miteinander

Von: Udo Stüßer
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Sie setzen ein Zeichen gegen R
Sie setzen ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus: Ralf Zanders, Christa Nickels, Regionaldekan Gottfried Maria Graaff und Karl-Heinz Nieren (von links). Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die katholische Kirche der Region Heinsberg stellt sich deutlich gegen rechtsextreme, antisemitische, rassistische und neonazistische Tendenzen in unserer Gesellschaft und engagiert sich für den Schutz der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen.

Aus diesem Grunde hat sie eine neue regionale Plattform gegen Rechtsextremismus auf der Homepage der Kirche geschaffen. Sie dient engagierten Menschen, Schulen, Initiativen und Gruppierungen dazu, ihr Anliegen, ihre Arbeiten und Projekte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ohne eine eigene Homepage gestalten zu müssen. Zum Start der Plattform ist als erster Nutzer die „Initiative erinnern” Geilenkirchen dabei. „Es ist notwendig, dass man wachsam ist und Aktionen startet, die sich mit Rechtsextremismus auseinandersetzen. Auf unserer Plattform können sich die Menschen beteiligen und miteinander in Kontakt treten”, erklärt Ralf Zanders, Referent der Katholischen Bistumsregion Heinsberg. „Die Plattform gegen Rechtsextremismus ist ein aktives Zeichen, eine ausdrückliche Ermunterung zur Beteiligung und zum Engagement gegen rechtsextreme Gesinnung im Kreis Heinsberg”, betont auch Gottfried Maria Graaff, Regionaldekan der katholischen Kirche in der Region Heinsberg. „Sie ist ein aktives Zeichen gegen den immer öffentlicher werdenden Rechtsextremismus in der Region Heinsberg. Wir stehen für Toleranz und Miteinander”, sagt er. Dabei schildert er seine Eindrücke nach einem Besuch des Konzentrationslagers Dachau: „Wenn ich selbst in den Gaskammern stehe, wenn ich die Bilder von Massengräbern vor Augen habe, dann verliere ich diese Eindrücke nie mehr.

Dann regt sich in mir Widerstand gegen die Vernichtung, gegen Hass und Menschenverachtung.” Die Plattform versteht er als Anschub für viele andere, sich klar und deutlich gegen Rechtsextremismus zu artikulieren. Dort findet man unter anderem Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene, aber auch themenbezogene Fahrten, für die es oftmals auch Zuschüsse gibt. Dabei handelt es sich nicht nur um Angebote der katholischen Kirche. Auch andere Organisationen wie beispielsweise die Volkshochschule können dort auf ihr Bildungsprogramm aufmerksam machen. Auf dieser Plattform findet man auch überregionale, regionale und kommunale Links. Klickt man auf Geilenkirchen, öffnet sich die Präsentation des Arbeitskreises „Initiative erinnern”. Diese Initiative, der sich Schulen, die katholische und evangelische Kirche und engagierte Geilenkirchener angeschlossen haben, arbeitet das jüdische Leben in Geilenkirchen auf. Vor der Shoah war Geilenkirchen mit 130 Bürgern jüdischen Glaubens eine der größten jüdischen Gemeinden in der Region Aachen.

Nach der Pogromnacht wurden die Geilenkirchener Juden vertrieben oder abtransportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Wo haben sie gewohnt? Wie haben sie gelebt? Was ist mit ihnen geschehen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich die Geilenkirchener Initiative. „Man kann die Zukunft nur verstehen, wenn man die Vergangenheit verstanden hat. Geschichtslose Menschen sind gefährliche Menschen”, erklärt Karl-Heinz Nieren von der „Initiative erinnern”.

„Wir wollen nicht, dass die Wurzeln unserer Mitbürger ausradiert bleiben. Die anonymen Schreckenszahlen bekommen nun Gesichter”, sagt Christa Nickels, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin, und der Regionaldekan macht deutlich: „Wir schulden es den Menschen, dass wir ihnen ihre Ehre zurückgeben.” Auf der Homepage der „Initiative erinnern” findet man eine Karte von 1930 und eine aktuelle Karte. Auf ihnen findet man viele wertvolle Informationen über die Geschichte der Stadt und über das jüdische Leben mit Fotos und erklärenden Texten. Verantwortlich für das Informationsangebot ist Regionaldekan Gottfried Maria Graaff.
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