Kreis Heinsberg - Plädoyer für die Nutzung erneuerbarer Energien

Plädoyer für die Nutzung erneuerbarer Energien

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Sie diskutierten über erneuerbare Energien schon vor dem Vortrag: Kreissparkassen-Chef Thomas Pennartz (l.) und Dr. Franz Alt. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) ist in aller Munde, berichten die Medien doch von umfassenden Reformen, die das Bundesumweltministerium derzeit plant. Da war auch der zweite Vortrag in der Kreissparkasse Heinsberg zum Thema Energie topaktuell - und der Redner erneut prominent.

Nachdem Dr. Wolfgang Clement in der ersten Veranstaltung dieser Reihe im großen Saal des Kreissparkassen-Gebäudes in Heinsberg vor geladenen Gästen über die „Zukunft der Energie - Energie der Zukunft” gesprochen hatte und dabei keinen Hehl aus seinem Ja zur Kernenergie gemacht hatte, schlug sich im zweiten Vortrag Dr. Franz Alt genau auf die Gegenseite. „Die Sonne schickt uns keine Rechnung”, so der Titel seines Vortrages, war dabei vorweg eine gelungene Zusammenfassung all dessen, was er seine Zuhörer in rund einer Stunde wissen ließ.

Mit einem ganz anderen Blick

Alt sei im Vergleich zu Clement „mit einem ganz anderen Blick ausgestattet”, begrüßte der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Thomas Pennartz, den Gast, der ein Verfechter für die ausschließliche Nutzung erneuerbarer Energien ist. Das Thema passe zur Idee Sparkasse, so Pennartz weiter.

Sie sammle Geld und leihe es für Investitionen wieder aus. Und genau in diesem Energiemarkt seien es ganz viele kleine Investitionen, die gefördert würden. Allein das aktuelle Investitionsvolumen der Kreissparkasse in Bezug auf Photovoltaik-Anlagen belaufe sich auf 61 Millionen Euro. In Windkraftanlagen seien 48 Millionen Euro investiert und in Biogasanlagen immerhin noch 16 Millionen Euro. „Und für uns ist das nicht nur ein Finanzthema, sondern eng verbunden mit einer nachhaltigen Entwicklung”, erklärte der Kreissparkassen-Chef.

Ein Umstieg auf erneuerbare Energien sei in wenigen Jahrzehnten möglich, begann Alt, der sich selbst als politischer Journalist vorstellte, seine Darstellungen. „Wir haben keine andere Wahl, denn alle alten Energieträger gehen zu Ende.” Er mahnte die Gefahren atomarer Anlagen an und hielt einen kompletten Umstieg für den Strombereich schon innerhalb der nächsten zehn Jahre für möglich. „Es ist alles Kleingeist, dass das nicht geht”, betonte er, nachdem er die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten alternativer Energiequellen vorgestellt hatte.

Alt berichtete nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt, wo er mittlerweile nicht nur Firmen, sondern auch Regierungen berät. Er beeindruckte mit seiner fiktiven „ökologisch-realistischen Tageschau”, wo er über die große Zahl ausgerotteter Tier- und Pflanzenarten, neuer Wüstenflächen und unfruchtbarer Böden informierte.

„Wir werden vom Planeten verschwinden, wenn wir nicht umsteigen. Wir verbrennen die Zukunft unserer Kinder und Enkel”, so sein Fazit.

Franz Alts Ausblick bis 2050: Bis dahin würden 60 Prozent der derzeit verbrauchten Energie eingespart. Der Energiebedarf werde dann zu 40 Prozent mit Solarenergie gedeckt, zu 30 Prozent aus Biomasse gewonnen, zu 15 Prozent durch Wind und zu zehn Prozent aus Wasser gewonnen sowie noch zu fünf Prozent aus Erdöl. „Ein Geschenk des Himmels. Worauf warten wir?!”, so Alt zum Potenzial der Sonnenenergie.

Viel Beifall erntete er, aber auch Kritik, weil einige Zuhörer sich genauere Angaben zu den Kosten dieses Umstiegs erhofft hatten. „Zehn Mal billiger sei der Umstieg als an den alten Energieträgern festzuhalten”, so die einzige Feststellung von Alt dazu.
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