Waldfeucht-Braunsrath - Plädoyer für den Erhalt von Werten

Plädoyer für den Erhalt von Werten

Von: anna
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Diakon Peter Derichs appellierte beim Einkehrtag der Schützen im Kloster Maria Lind daran, den Sonntag als arbeitsfreien Tag in der Woche zu erhalten. Foto: Anna Petra Thomas

Waldfeucht-Braunsrath. Ein flammender Appell, den Sonntag als arbeitsfreien Tag in der Woche zu erhalten, ist die Predigt von Diakon Peter Derichs beim Einkehrtag der Bruderschaften des Bezirksverbands Heinsberg in der Klosterkirche Maria Lind in Braunsrath gewesen.

Derichs, der zugleich Präses der St.-Katharina-St.-Josef-Schützenbruderschaft Rurkempen ist, griff dazu einen Satz aus der Lesung auf, die aus dem Buch Exodus genommen war. „Gedenke des Sabbats – halte ihn heilig“, hatte es dort geheißen. Den tieferen Sinn des Sonntags könne man nur begreifen, wenn man ihn in seinen kulturellen Zusammenhängen sehe, so der Diakon.

„So ist der Sonntag ein uraltes Kulturgut, das durch moderne Trends nicht geopfert werden darf.“ Bereits vor rund 3000 Jahren sei die älteste Fassung des Sabbatgebots im Buch Exodus entstanden: „Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten, am siebten Tag aber sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen“ (Exodus 23,12). „Das ist eine Regelung zum Schutz für die Abhängigen, einschließlich der Tiere. Es ist wohl das älteste Arbeitsschutzgesetz“, erklärte Derichs.

Leider gebe es jedoch seit der Industrialisierung immer mehr Druck auf den Sonntag, so dass es zu seinem Schutz schon früh gesetzlicher Regelungen bedurft habe, die bis heute wirksam seien. „Auch die beiden christlichen Kirchen setzten sich immer wieder offensiv zum Schutz des Sonntags ein“, so der Diakon.

Dabei gehe es nicht darum, kirchliche Vorschriften einzuhalten, sondern vielmehr den Wert des Sonntags als Tag der Erholung zu erkennen. „Industrielle Sonntagsarbeit – aber auch verkaufsoffene Sonntag – denen ist in jedem Einhalt zu gebieten. Da sind wir nicht nur als Christen gefordert.“

Eine Gefährdung des Sonntags stelle zudem ganz massiv die Werte der Schützen, also Glaube, Sitte und Heimat, in Frage. Der Sonntag dürfe nicht zum regulären Arbeitstag werden. „Er ist nicht einfach ein arbeitsfreier Tag, sondern durch ihn bekommt die Zeit ein festes Bezugssystem.“ Zudem biete der Sonntag durch seinen Freiraum erst die Möglichkeit zu sozialen Kontakten. Er müsse helfen, Urwerte wie Erholung, Ruhe und Muße, aber auch Familie und Gemeinschaft zu sichern und dürfe nicht zu einer neuen Form von Überforderung und Ausbeutung werden. „Wir Menschen brauchen den Sonntag!“, schloss Derichs seine Predigt.

Wie es schon der stellvertretende Bezirksbundesmeister Gerhard Knoll in seiner Begrüßung getan hatte, sprach auch Zelebrant und Bezirkspräses René Mertens aktuelle gesellschaftliche Pro-bleme an. „Es wird Umbrüche geben“, betonte er auch mit Blick auf anstehende Wahlen in Schützengremien. Zugleich dankte er den Vertretern aller Bruderschaften, dass sie weiterhin Zeugnis von den traditionellen Werten der Bruderschaft, von Glaube, Sitte und Heimat, ablegen würden.

Sein Dank ging aber auch an die Klarissen des Klosters Maria Lind, die jedes Jahr ihre Kirche für den Einkehrtag der Schützen öffnen. Der Chorgemeinschaft Heinsberg-Kirchhoven unter der Leitung von Regionalkantor Winfried Kleinen dankte er für die musikalische Gestaltung der heiligen Messe und den Braunsrather Schützen für die anschließende Bewirtung im Pilgersaal des Klosters.

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