Wegberg - Pillich hat das Vertrauen der SPD-Fraktion verspielt

Pillich hat das Vertrauen der SPD-Fraktion verspielt

Von: kl
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Wegberg. Bei Nicole von den Driesch, immerhin stellvertretende Bürgermeisterin in Wegberg, ist das Vertrauen in Bürgermeister Reinhold Pillich „nicht mehr vorhanden”.

Ihre Parteifreundin und Vorsitzende der SPD-Fraktion im Wegberger Stadtrat, Evelyne Feger, nickt zustimmend, derweil Fraktionskollege Ralf Wolters abwägend meint, es falle ihm schwer, Pillich noch zu vertrauen.

Der Grund für die ablehnende Haltung der Genossen ist das Verhalten von Pillich und seines Kämmerers Lothar Esser bei der Haushaltsführung. „Der Rat wird von den beiden schlecht oder gar nicht informiert”, beklagt von den Driesch, und Feger ergänzt: „Pillich hat dem Stadtrat zugesagt, bis spätestens Ende Januar würde er den Jahresabschluss 2010 vorlegen. Dann hat er die Frist verstreichen lassen und will jetzt zum 31.3. den Abschluss präsentieren.”

Besonders erzürnt es die SPD, dass Pillich noch Ende Dezember 12.000 Euro locker machte für einen externer Berater beim Jahresabschluss 2010. Genützt habe es offensichtlich wenig. „Und für die Förderung der Vereine ist kein Geld da”, moniert von den Driesch.

Momentan tappe der Rat im Dunkeln und könne 2012 nicht aktiv werden, denn es hänge viel vom Etat 2010 ab. „Darin könnte die Stadt Wegberg zum letzten Mal Korrekturen an ihrer Eröffnungsbilanz vorlegen, die mit der Einführung des neuen kommunalen Finanzmanagement mit Stichtag 31.12.2007 erforderlich geworden ist”, erläutert von den Driesch.

Offensichtlich wisse die Verwaltung nicht, was sie tun soll, obwohl schon in Vorjahren immer wieder auf die Korrekturmöglichkeit hingewiesen worden sei. „Und Pillich tut jetzt so, als sei urplötzlich dieses Erfordernis entstanden”, schimpft Feger.

Die Situation sei doppelt schwierig, wenn Pillich auf einer Seite das Ehrenamt in höchsten Tönen lobe und er auf der anderen Seite den Vereinen Zuschüsse vorenthalte. Es sei sogar schon vorgekommen, dass Vorständler die Heizöllieferung fürs Vereinsheim bezahlt hätte und sie den Betrag nicht von der Stadt erstattet bekämen.

Nicht nur Pillich ist bei der SPD in Ungnade gefallen. Auch Kämmerer Lothar Esser steht in der Kritik: „Es ist es schuld, dass der Stadt Fördermittel, etwa beim Denkmalschutz, wegen fehlender Abrechnungen abhanden gekommen sind”, sagt von den Driesch.

Für Wolters ist es klar: „Pillich und Esser sind politisch verantwortlich für die undurchsichtige Haushaltsführung.” Die stellvertretende Bürgermeisterin sieht den Ruf der Stadt ramponiert: „Wegberg macht sich mit dieser Finanzpolitik im Kreis lächerlich.”
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