Kreis Heinsberg - Philologen wollen den Erhalt des Gymnasiums

Philologen wollen den Erhalt des Gymnasiums

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. „Länger gemeinsam...?” lautete der Titel einer Podiumsdiskussion im Atrium des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums. Dabei ging es um nichts Geringeres als den Erhalt des Gymnasiums in NRW.

Eingeladen hatte der Philologen-Verband im Bezirk Heinsberg, der sich als parteipolitisch neutral bezeichnet, sich aber uneingeschränkt der Sache des Gymnasiums verpflichtet sieht. Auf dem Podium nahmen die Landtagsabgeordneten Sören Link (SPD), Dr. Gerd Hachen (CDU) und Dr. Ruth Seidl (Grüne) sowie Landtagskandidat René Stegemann (FDP) und der stellvertretende Vorsitzende des Philologen-Verbandes NW, Jürgen Baues, Platz. Der Moderator Paul Borgs ist Lehrer am „Cusanus” und Bezirksvorsitzender des Philologen-Verbandes.

Ruth Seidl sah sich zu der Richtigstellung genötigt, dass die Grünen das Gymnasium als Schulform nicht abschaffen wollten. In der Einladung zur Veranstaltung war zu lesen, nach Vorstellung der Grünen solle das Gymnasium mit allen anderen Schulformen in der „Reformschule” verschwinden.

Christdemokrat Hachen hob hervor, dass die Landesregierung rund 8000 neue Lehrerstellen geschaffen habe, wodurch sich die Qualität des Unterrichts verbessert habe. Die Zahl wollte Sozialdemokrat Link so nicht stehen lassen, denn nach seiner Rechnung seien es weitaus weniger neue Lehrer, die in den letzten fünf Jahren eingestellt worden seien.

Die Befürworter des Gymnasiums wiesen in der Diskussion darauf hin, dass das Schulsystem nach oben durchlässig sei, da viele Schüler der Real- und Hauptschulen den Weg ans Gymnasium wählen und einen entsprechenden Abschluss machen könnten. Der Liberale René Stegemann sagte, wer die geforderten Leistungen an der Schule nicht erbringen könne, müsse „die Konsequenzen tragen”. Es sei auch Aufgabe der Schulen, die Schüler auf die Leistungsgesellschaft vorzubereiten. „Jeder kann sich hocharbeiten”, lautete sein Credo.

Link betonte, dass Deutschland das einzige Land Europas sei, in dem die Kinder schon nach der vierten Klasse getrennt würden. Ruth Seidl bezeichnete die Deutschen als „Weltmeister im Aussortieren” und betonte, dass kein Kind zurückgelassen werden dürfe. Es ginge nicht um „Gleichmacherei”, aber 20 Prozent ausbildungsunfähige Schulabgänger seien nicht hinzunehmen.

Stegemann sprach sich gegen „Einheitsbrei” aus. Hachen ließ keinen Zweifel daran, dass er die Abschaffung des Gymnasiums als eigenständige Schulform ablehnt. Immer wieder warf er den verbalen Fehdehandschuh in Richtung von Seidl und Link, die ihn jedoch nicht aufnahmen und beteuerten, dass eine Abschaffung des Gymnasiums nicht auf der rot-grünen Agenda stehe. Geplant sei jedoch, den Willen der Eltern in die Planung der Schullandschaft einzubeziehen. Wie dieser jedoch aussieht, darüber schieden sich bis zum Schluss die Geister.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert