„Pfote mit Herz“ kann Demenzkranken helfen

Von: hewi
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„Pfote mit Herz“ ist ein Projekt für Demenzkranke. Leiterin ist Bernadette Cranen (Bildmitte), die sich gemeinsam mit ihrer Hundedame „Amy“ um Brigitte bemüht. Dr. Karl-Heinz Feldhoff (r.), Leiter des Kreisgesundheitsamtes, ist Schirmherr dieses Projektes. Foto: Passage
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Sie stellen eine „Pfote mit Herz“ unter Beweis: Hunde und ihre Halter haben sich zu Besucherteams ausbilden lassen. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Hunde wirken beruhigend und anregend auf Menschen mit Demenz oder geistiger Beeinträchtigung. Auf dieser Erkenntnis basiert der ambulante Besuchsdienst, der in der Pflegeeinrichtung Pro 8 in Erkelenz-Kückhoven erstmals öffentlich vorgestellt wurde.

Bislang bewiesen 15 Menschen und 15 Hunde eine „Pfote mit Herz“ und ließen sich zu Besucherteams ausbilden. Unterstützt wurde die Ausbildung vom Förderverein des Seniorenzentrums Breberen der Heinrichs-Gruppe, zu der auch die Kückhovener Einrichtung gehört.

Björn Cranen, Leiter von Pro 8 in Kückhoven, konnte schon Erfahrungen sammeln mit den Betreuern auf vier Pfoten. Denn seine Schwester Bernadette ist nicht nur Gerontotherapeutin, sondern auch Hundeverhaltenstherapeutin.

Gemeinsam mit ihrer Elo-Hündin Amy besucht sie seit rund fünf Jahren Brigitte (72). Die an Demenz erkrankte Seniorin freut sich über die Besuche, bei denen Amy ganz klar die wichtigere Rolle hat. Mit ihr kann sie schmusen und sich beschäftigen. Und das bringt Erinnerungen zurück – an vergangene Zeiten oder an eigene Tiere von früher.

Amys Namen könne die 72-Jährige sogar sehr gut in Erinnerung behalten, berichtete Cranen bei der Abschlussveranstaltung des ersten Trainingskurses für die Besucherteams.

Die Schirmherrschaft des ambitionierten Projektes hat der Leiter des Heinsberger Kreisgesundheitsamtes, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, nur zu gerne übernommen, wie er im Rahmen der Zertifikatsausgabe betonte. Nun gelte es, die Teams auch auf den Weg in die Familien zu bringen, wo sie gebraucht würden. Denn der ambulante Besuchsdienst richte sich an Familien mit häuslicher Pflege. „Dieses niederschwellige Angebot ist bislang einzigartig im Kreis Heinsberg und wird hoffentlich von den Menschen angenommen“, betonte Feldhoff.

13 der 15 Hundehalter, welche die Ausbildung gemeinsam mit ihren Hunden durchlaufen haben, arbeiten in Einrichtungen der Heinrichs-Gruppe. Petra Börsch hat durch einen Flyer von dem Projekt erfahren und gedacht, dass dies das Richtige für sie und ihre Hündin Nala sei. Nala sieht auf den ersten Blick nicht unbedingt wie ein Schmusehund aus, denn es handelt sich um einen großen Germanischen Bärenhund. „In ihr schlummert aber die Seele eines Schmusehundes“, davon ist Börsch überzeugt. Dass dies wirklich so ist, darüber wacht Bernadette Cranen.

„Nicht jeder Hund eignet sich für diese Aufgabe“, weiß sie. Darüber hinaus müsse auch daran gedacht werden, dass sich das Tier bei seinen Einsätzen und den besuchten Menschen wohlfühle. Beim ersten Besuch ist Bernadette Cranen noch dabei, um zu sehen, ob Teams und Patienten zusammenpassen. Ein bis zwei Besuche pro Woche haben sich die meisten der Teilnehmer auf die Fahnen geschrieben. Ob es in nächster Zeit zu einem zweiten Kurs kommt, hängt von der Zahl der Interessenten ab.

Informationen zu diesem Projekt erteilt Bernadette Cranen unter Telefon 02272/9997827.

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