Pfadfinder: „Leerlauf kennen unsere Jugendlichen nicht“

Von: hewi
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Treffpunkt für viele junge Pfadfinder aus dem Kreis Heinsberg war beim St. Georgstag die Burg in Erkelenz. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, Bezirk Heinsberg, beging auf dem Burggelände in Erkelenz den St. Georgstag. Rund 80 Pfadfinder aus den Stämmen im Kreisgebiet trafen sich in Erkelenz, um die Nacht auf der Burg zu verbringen und Spaß zu haben.

Der Spaß ist dabei durchaus ­aktiv zu sehen, denn Pfadfinder wissen immer etwas mit sich anzufangen, wie Stephan Tobies vom Erkelenzer Stamm betonte. „Leerlauf kennen unsere Jugendlichen nicht“, erklärte er. Und so gab es immer etwas zu tun, auch wenn gerade keine große Aktion wie die Rallye durch die Innenstadt anstand.

Der Erkelenzer Stamm wurde vor fünf Jahren auf Betreiben von Heinz Musch ins Leben gerufen. Aus den anfänglich acht Mitgliedern sind mittlerweile rund 80 geworden. Es könnten noch mehr sein, aber derzeit haben die Erkelenzer vor allem bei den Gruppenleitern Nachwuchsprobleme. Mittlerweile sind einige der früheren Jungpfadfinder herangewachsen und übernehmen die Aufgaben der Leitung.

Denn Stephan Tobies, seine Frau Antje und Cesare Ragazzi, die dem Stamm derzeit vorstehen, sind Quereinsteiger. In der eigenen Jugend haben sie als Pfadfinder keine Erfahrungen sammeln können. Trotzdem war ihnen klar, dass das „klassische Pfadfinderangebot“ in Erkelenz fehlte. Zuvor hatten die Messdiener diese Angebotslücke geschlossen.

Die Frage danach, warum man im Zelt schläft und auf manche Annehmlichkeit verzichtet, stellt sich den Pfadfindern nicht. Für sie zählt die Gemeinschaft. Das gemeinsame Erlebnis, Lagerfeuer und das Verlassen der „Komfortzone“ gehören zur Pfadfinderpädagogik, deren Ziel ein selbstständiger Mensch ist, der sich seiner sozialen Kompetenz und seiner eigenen Möglichkeiten gleichermaßen bewusst ist. Die Pfadfinder unterteilen sich in vier Gruppen und beginnen mit den Wölflingen.

Es folgen Jungpfadfinder, Pfadfinder und später dann die Rover, die selbst Verantwortung für die Jüngeren im Stamm übernehmen sollen. Tobies und seine Mitstreiter würden gerne etwas kürzertreten, denn „unsere Aufgaben werden normalerweise von den Rovern erfüllt“, wie Tobies betonte. Nun sind die ersten Rover aus den eigenen Reihen herangewachsen, von denen einige diese Aufgaben erfüllen werden. „Das Problem liegt darin, dass dies das Alter ist, in dem man sich der Berufsausbildung oder dem Studium zuwendet“, erläuterte Tobies.

Die Erkelenzer Pfadfinder sind in der kommenden Woche beim Fahrradfrühling schon wieder aktiv und verkaufen dann Kuchen für einen guten Zweck. Nach den Erdbebenopfern in Nepal und dem Kinderhospiz sind sie diesmal selbst der gute Zweck. Denn der Stamm muss sich langsam aus­rüsten, zum Beispiel mit einer Feldküche. Die kommt dann über Pfingsten in Warendorf zum Einsatz, wo sich rund 2000 Pfadfinder beim Intercamp treffen.

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